Berlin : Berlins Torwarte werden fünf Jahre alt

Helmut Caspar

Fünf Jahre sind nicht viel für eine Stiftung, die in Jahrhunderten denkt. Dennoch wurde gestern im Haus Liebermann am Pariser Platz mit Respekt der Gründung der Stiftung Denkmalschutz Berlin vor fünf Jahren gedacht. Auftakt ihrer Arbeit und erstes Meisterstück war die Sanierung des Brandenburger Tors. Da das Land Berlin das nicht selbst tat, sprang die Ende 1999 gegründete und ausschließlich privat finanzierte Stiftung ein. Die ins Brandenburger Tor investierten vier Millionen Euro wurden bei Sponsoren und Spendern eingesammelt. Da das Finanzvolumen weiterer Arbeiten etwa 15 Millionen Euro beträgt, soll die Einwerbung weiterer Mittel verstärkt werden. Dies gelingt um so besser, je mehr Ergebnisse restauratorischer Mühen sichtbar werden, sagte gestern der Geschäftsführer der Denkmalstiftung Helmut Engel.

Wachgeküsst werden, so Berlins früherer Landeskonservator, mit Hilfe der Stiftung das Alte Palais Unter den Linden, das Charlottenburger Tor, das Poststadion in Moabit und weitere Baudenkmäler. Wie am Alten Palais, der einstigen Residenz von Kaiser Wilhelm I. und heute der Humboldt-Universität zugehörig, so vollziehen sich die Arbeiten am Charlottenburger Tor an der Straße des 17. Juni unter Reklamefolien. Die Einnahmen aus der Werbung fließen auch hier in den Fonds der Stiftung, die das neobarocke Tor baulich sichert und es von Straßendreck befreit.

Aus dem Dornröschenschlaf erweckt wird auch das Strandbad Wannsee. Nach langem Hin und Her hat sich das Land Berlin bereit erklärt, das Angebot der Stiftung Denkmalschutz anzunehmen, das Bad in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer macht vier Millionen Euro locker. Das gestattet der Denkmalstiftung, mit weiteren 8,5 Millionen in die Sanierung einzusteigen – und Berlin beim Sparen zu helfen.

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