Berlin : Berlusconis Doppelgänger bleibt ein Rätsel

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Bei dieser Inszenierung stimmte jedes Detail. Der Mann, der sich am Mittwochabend bei der „King-Kong“-Premiere auf dem roten Teppich präsentierte, sah aus wie Italiens Ministerpräsident Berlusconi, sprach Italienisch, und die vermeintlichen Sicherheitsbeamten, die ihn begleiteten, trugen sogar offiziell aussehende Anstecker mit Bundesadler.

Dass es sich um eine Fälschung handelte, dämmerte den Leuten vom Filmverleih UIP erst in der Nacht zu Donnerstag, sagen sie. Wer der Mann war, der zuvor durch einen vermeintlichen Anruf des Auswärtigen Amtes angekündigt war, wissen sie bis heute nicht. Ein Bekennerschreiben ist bislang nicht eingegangen, scherzt eine Mitarbeiterin.

Auswärtiges Amt und Italienische Botschaft sagten am Donnerstag, der Mann sei definitiv nicht Berlusconi gewesen. Der Filmverleih wiederum weist den Verdacht, er habe den Doppelgänger als Zusatzattraktion engagiert, zurück. Zumal die Aufregung um den falschen Stargast die Veranstalter der Premiere im Nachhinein mehr geärgert als erfreut habe.

Dass der Filmverleih am Abend wiederholt versicherte, es handele sich bei dem Mann um Berlusconi, erklärt man am Tag danach mit der Tatsache, dass die Fälschung dem Original so außergewöhnlich ähnlich sah. Wenn schon Hape Kerkeling als Königin Beatrix durchgeht, wie solle man da im Trubel einer Filmpremiere einen echten von einem falschen Ministerpräsidenten unterscheiden? lvt

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