Berlin : Beschwerden über rigide Jugendämter

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In den östlichen Bezirken gibt es vermehrt Beschwerden über eine zunehmend rigide Praxis bei der Vergabe von Kita-Ganztagsplätzen durch die Jugendämter. Dies sagte gestern Wolfgang Penkert, Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Jugend. Ob aber tatsächlich weniger Ganzstagsplätze bewilligt wurden, könne man erst Anfang des Jahres sagen, wenn alle Statsitiken ausgewertet sind.

Als Grund für die veränderte Vergabepraxis nennt Penkert das neue Kitaförderungsgesetz. Die Mitarbeiter müssten mit den zusätzlichen Kompetenzen der Bezirke erst vertraut werden. Dafür gebe es bereits jede Menge Schulungen. Ein großer Teil des eingearbeiteten Personals sei aus den Jugendämtern in die Kita-Eigenbetriebe gewechselt und die neuen Mitarbeiter müssten erst mit den Abläufen vertraut werden.

Zu diesen Abläufen gehört, dass die Jugendämter einen gewissen Ermessensspielraum bei der Bewilligung von Ganztagsplätzen haben. Demnach können auch Eltern, die nicht arbeiten, eine Ganztagsbetreuung beanspruchen, wenn es dafür einen sozialen Bedarf gibt. Da viele Eltern diesen Anspruch nicht kennen, neigen die Jugendamtsmitarbeiter dazu, ihnen nur Halbtagsplätze zu geben – obwohl nicht die Bezirke, sondern das Land für entstehende Mehrkosten in den Kitas aufkommen muss. sve

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