Besetzer im Gewerkschaftshaus in Berlin-Schöneberg : Flucht zum DGB

Die Besetzer des DGB-Hauses in der Berliner Keithstraße fordern Aufenthaltstitel, eine Arbeitserlaubnis und den Beitritt in eine Gewerkschaft.

von
Warten. Knapp 25 Flüchtlinge sitzen seit Donnerstag im DGB-Haus in Berlin-Schöneberg.
Warten. Knapp 25 Flüchtlinge sitzen seit Donnerstag im DGB-Haus in Berlin-Schöneberg.dpa

Aufenthaltstitel, eine Arbeitserlaubnis und der Beitritt in eine Gewerkschaft – das haben die 25 Flüchtlinge im Haus des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Freitag gefordert. Am Donnerstag hatten vor allem Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern das Erdgeschoss der Berliner DGB-Zentrale in Schöneberg besetzt. Zwei Flüchtlinge erklären: Man wisse, dass die DGB-Gewerkschaften entscheidenden Einfluss in Politik und Gesellschaft besäßen. Die Gewerkschaften sollten diese Macht nutzen, um Entscheidungsträger an einen Runden Tisch zu bekommen. Ein deutscher Unterstützer forderte, in- und ausländische Arbeiter sollten sich nicht spalten lassen, die Gewerkschaften sich wiederum als Vertreter aller Lohnabhängigen begreifen – also auch von Flüchtlingen.

Kann der DGB etwas für die Flüchtlinge tun?

DGB-Landeschefin Doro Zinke bemühte sich am Freitag um simultane Übersetzungen aller Redebeiträge in Englisch, Französisch und Türkisch. Grundsätzlich, signalisierte die DGB-Spitze, sei man solidarisch. Auch Azize Tank, Schöneberger Bundestagsabgeordnete der Linken, erklärte, sie unterstütze die Forderungen. Ob das handfeste Folgen haben wird, ist ungewiss. Das Wochenende über werden die Besetzer wohl bleiben.

26 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben