Berlin : Besser geht es nicht

Im Abitur eine Eins und im Jahrgang die Beste - vier Schülerinnen aus Friedrichshain und Tiergarten

Katja Gartz

Dass sie die Beste ihres Jahrgangs würde, damit hat Klara Franz nicht gerechnet. Von 44 Abiturienten der Georg-Friedrich-Händel-Oberschule hat sie als Einzige den traumhaften Durchschnitt von 1,0 erreicht. In ihren Leistungskursen Deutsch und Musik fühlte sie sich sicher, die Schwachstelle war das Prüfungsfach Politische Weltkunde. In diesem Fach hat sie in den beiden letzten Semestern „nur“ die Note Zwei bekommen. Doch in den Abiturprüfungen kam alles anders: „Meine Leistungskurse brachten viele Punkte und wider Erwarten ist auch die PW-Prüfung super gelaufen“, sagt die 19-Jährige freudestrahlend. Obwohl Klara Franz das Lernen immer leicht fiel, war für sie die Prüfungszeit der reinste Stress: „Essen und schlafen konnte ich noch, aber ansprechbar war ich nicht mehr“, erzählt sie. Ihre große Leidenschaft ist Musik. Seit zwölf Jahren spielt sie Klavier und seit vier Jahren Saxophon. Am Friedrichshainer Händel-Gymnasium, einer Schule mit musischem Schwerpunkt, spielt im Saxophon-Ensemble. Aber beruflich nutzen will die Abiturientin ihre musikalischen Fähigkeiten nicht. „Ich bin nicht bühnentauglich und habe Angst vor großem Publikum.“ Klara Franz will lieber Englisch und Mathematik studieren und Studienrätin werden. Doch erst gönnt sie sich einen Urlaub auf Rügen.

Mathematik studieren will auch Katharina Baum. Logische Strukturen und immer wieder anwendbare Formeln faszinieren die Abiturientin des Heinrich-Hertz-Gymnasiums, der schon zu DDR-Zeiten renommierten Schule mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt in Friedrichshain. Die 19-Jährige ist mit der Abiturnote 1,1 die Beste ihres Jahrgangs hier. Ihre Lieblingsfächer waren Mathematik und Biologie. Gequält haben sie die Prüfungsvorbereitungen nicht. „Richtig gelernt habe ich vor allem am Abend vor den Klausuren und Prüfungen“, sagt die Erfolgreichste der 55 Abiturienten. Dass die Schulzeit nun hinter ihr liegt, macht sie etwas wehmütig: „Schule hat mir Spaß gemacht, wer weiß, ob das Studium auch Spaß macht“.

Am Canisius-Kolleg in Tiergarten wurde die Bestnote von 1,0 gleich an zwei Abiturientinnen vergeben: Bettina Reitz und Angela Sinn. Bettina Reitz ist froh, dass das Abitur vorbei ist. Obwohl sie gerne zur Schule gegangen ist, hatte sie nach zwölf Jahren genug. Sie hätte sich das Wissen lieber selbstständig erarbeitet, so wie in einem Studium. Die 18-Jährige will in Oxford Latein und Griechisch studieren. „Um in England studieren zu können, hätte ich das Abitur mit 1,3 abschließen müssen, dass es 1,0 wird, hätte ich nicht gedacht“, sagt sie. Ihre erste Fremdsprache Latein und Mathematik wählte sie zu ihren Leistungskursen. Außer für Sprachen schlägt ihr Herz für Musik. Sie spielt seit neun Jahren Geige und seit vier Jahren Bratsche. Wenn das Schulorchester im Canisius-Kolleg spielt, ist Bettina Reitz als Bratschistin dabei. Die erste Geige spielt Angela Sinn. Da sie auch noch dem Orchester des Julius-Stern-Instituts an der Universität der Künste angehört, hatte sie in der Abiturphase mit Prüfungsvorbereitungen und Orchesterproben viel zu tun. „Aber ohne Fleiß kein Preis“, sagt die 19-Jährige. Wie Bettina Reitz belegte sie die Leistungsfächer Latein und Mathematik. Auch Angela Sinn will studieren, aber sie kann sich noch nicht zwischen Altphilologie, Mathematik und Informatik entscheiden. Erst einmal macht sie mit ihrer Familie Urlaub im Saarland und anschließend vielleicht den Führerschein.

Der Tagesspiegel wird auch in diesem Jahr die erfolgreichen Abiturienten vorstellen. Wir beginnen mit dem Abdruck der Namen und Schulen in den nächsten Tagen.

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