Berlin : Bessere Therapie gegen Brustkrebs Ärzte und Ersatzkassen schließen neuen Vertrag

-

Die Behandlungsqualität und Überlebenschancen von Brustkrebspatientinnen sollen sich verbessern. Das ist das Ziel eines Vertrages des Berliner Ersatzkassenverbandes, zu dem unter anderem die Barmer, die Techniker und die Deutsche Angestelltenkrankenkasse gehören, mit dem Zehlendorfer Krankenhaus Waldfriede und niedergelassenen Ärzten.

Die Therapie unterliegt damit bestimmten Qualitätsstandards. Dazu zählen Mindestanforderungen an die Qualifizierung und Erfahrung der teilnehmenden Mediziner, wie sie inzwischen sieben zertifizierte Brustzentren in Berliner Kliniken erfüllen. Neu ist aber, dass die Chemotherapie, die bei jeder dritten Patientin zur Verhinderung von Metastasen nötig ist, nach der Operation im Waldkrankenhaus in den Arztpraxen ambulant vorgenommen wird. „Das ist eine Verbesserung der Lebensqualität der Frauen, die für die Therapiesitzungen im Drei-Wochen-Abstand nicht mehr jeweils drei Tage in der Klinik bleiben müssen“, sagt Julia Herrenberger, Vorsitzende des Vereins niedergelassener Krebsmediziner in der Hauptstadt. Außerdem würden die Arzneidosen nach europäischen Standards bemessen. Bisher hätten die behandelnden Ärzte dies nach eigenem Gutdünken festgesetzt.

Durch die Standards erwarte man, dass die Sterblichkeit bei Brustkrebs sinke, sagt Gesundheitsstaatssekretär Hermann Schulte-Sasse. Laut Krebsregister erkranken in Berlin jährlich rund 1600 Frauen an einem bösartigen Brusttumor. „Die Sterblichkeit liegt bei 36 Prozent – im Vergleich zu anderen westlichen Ländern ist das viel zu hoch“, sagt Karl-Heinz Resch, Chef des Ersatzkassenverbandes Berlin.

Bisher nehmen rund 200 Gynäkologen und 90 Krebsspezialisten an dem Programm teil. Listen und weitere Informationen gibt es bei den Ersatzkassen. I.B.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben