Berlin : Besseres Schulessen: Abgeordnete bleiben skeptisch

Mahlzeit für Schüler. Was mehr kostet, soll auch besser schmecken. Foto: Thilo Rückeis
Mahlzeit für Schüler. Was mehr kostet, soll auch besser schmecken. Foto: Thilo Rückeis

Die Euphorie über die bessere Finanzierung des Schulessens ist verflogen. Koalition und Opposition erwarten nicht den erhofften Fortschritt bei der Qualität, obwohl die Eltern und das Land künftig wesentlich mehr Geld ausgeben werden.

Das hängt nicht zuletzt mit einer Anhörung im Schulausschuss des Abgeordnetenhauses zusammen. Dort hatte CDU-Bildungsexperte Stefan Schlede am vergangenen Donnerstag den Verband der Caterer gefragt, wie viel von den zusätzlichen rund 25 Millionen Euro, die ab 2014 ausgeben werden, tatsächlich in Form von besserer Qualität auf den Tellern der Kinder landen wird. Verbandssprecher Rolf Hoppe, zugleich Chef des Caterers Luna, entgegnete, dass der Essensbeitrag generell nur zu einem Drittel für den Wareneinsatz aufgewendet wird. Der große Rest werde für Personal, Investitionen, Gewinn und vieles andere benötigt. Die Enttäuschung der Abgeordneten kann Hoppe nicht recht verstehen: „Wer die Hamburger Studie gelesen hat, weiß, dass die Caterer so rechnen müssen.“

Die Studie, die von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) vor rund einem Jahr beauftragt worden war, hatte ergeben, dass zurzeit nur rund 50 bis 60 Cent auf den Tellern der Berliner Kinder landen. Um ein gutes Essen zubereiten zu können, müsse der Wareneinsatz aber bei über einem Euro liegen. Genau dies werde durch die zusätzlichen Millionen möglich, erwarten Hoppe und die Bildungsverwaltung. Wie berichtet, soll für das Essen künftig 3,25 Euro pro Mahlzeit bezahlt werden.

Die Grünen-Abgeordnete Stefanie Remlinger kritisiert zudem, dass ein Großteil der Schüler keinen Zuschuss bekommen wird, nämlich Grundschüler, die keinen Hort besuchen und Oberschüler. Remlinger beanstandet zudem, dass es auch künftig nicht einfacher als bisher werde, sich von einem schlechten Caterer zu trennen, da die Kündigungsfristen nicht verkürzt würden. Zudem blieben die Bezirksämter Ansprechpartner für Beschwerden, was sich nicht bewährt habe. Anders als erhofft, werde es keine zentrale Beschwerdestelle geben. Die jetzt geplante Neuordnung des Schulessens sei eine „vergebene Chance“, findet Remlinger. Beschlossen werden soll die Neuregelung vor der Sommerpause. Spätestens ab Februar 2014 soll das bessere Essen auf den Tellern landen. sve

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