BESTATTUNGSWESEN : Würde kostet

Wenn ein Mensch stirbt, müssen die Angehörigen dafür Sorge tragen, dass er unter die Erde kommt, das gilt für das gesamte Bundesgebiet, Genaueres regeln die einzelnen Länder. Zum Beispiel legen sie fest, in welcher Reihenfolge die Verwandten verantwortlich sind. In Berlin ist das zunächst der Ehegatte, dann die volljährigen Kinder, die Geschwister, Enkel und schließlich die Großeltern.

Können sich die Angehörigen die Beerdigung nicht leisten, haben sie die Möglichkeit, beim Sozialamt einen Antrag auf eine Sozialbestattung zu stellen. In diesem Fall zahlt das Amt eine Pauschale von 750 Euro an den gewünschten Bestatter, übernimmt die Kosten, die der Friedhof für die Grabstätte verlangt, und bezahlt im Falle einer Einäscherung auch das Krematorium. Im Jahr 2010 gab es in Berlin 2637 Sozialbestattungen, die das Land insgesamt 2,9 Millionen Euro kosteten.

Während Sozialbestattungen, so die Vorschrift, „einfach, aber würdig“ ablaufen müssen und Redner, Organist, Ausschmückung und Blumen vorgesehen sind, fällt das alles bei einer ordnungsbehördlichen Bestattung weg. Von einer solchen spricht man, wenn kein Angehöriger gefunden wird. In diesem Fall ist das Gesundheitsamt des Bezirks, wo der Tote zuletzt gemeldet war, für die Beisetzung zuständig. In Berlin wird seit 2008 mittels einer öffentlichen Ausschreibung für jeden Bezirk festgelegt, welcher Bestatter diese Art von Beisetzungen übernimmt. An ein anderes darf sich das jeweilige Gesundheitsamt nicht wenden. 2011 gab es in Berlin etwa 2027 ordnungsbehördliche Bestattungen.

Insgesamt sind die Sterbezahlen in Berlin gesunken. Während 1970 noch 58 034 Menschen in der Stadt starben, waren es im Jahr 2010 nur noch 32 234. Die Zahl der Bestatter stieg hingegen immer weiter an. rik

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