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Besuch : Die Piratenpartei beim Tagesspiegel

Die Piratenpartei könnte ins Abgeordnetenhaus einziehen. Am Sonntagabend ist Spitzenkandidat Andreas Baum zu Gast beim Tagesspiegel.

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Ober-Pirat für die Abgeordnetenhauswahl: Andreas Baum tritt als Spitzenkandidat an.
Ober-Pirat für die Abgeordnetenhauswahl: Andreas Baum tritt als Spitzenkandidat an.Foto: dpa

Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap hat im Auftrag der ARD neue Umfragedaten erhoben - und taxiert die Piratenpartei auf 6,5 Prozent. Damit könnte es den Piraten gelingen, zum ersten Mal in ein Landesparlament einzuziehen. Die SPD liegt mit 29,5 Prozent klar vorn, verliert aber leicht im Vergleich zu vorherigen Umfragen. Die CDU würde den Zahlen zufolge auf 22 Prozent der Wählerstimmen kommen, die Grünen auf 20 Prozent. Die Linke erreicht 11 Prozent. Die FDP würde mit 3 Prozent den Wiedereinzug in das Abgeordnetenhaus verpassen. Damit wären Rot-Grün oder eine große Koalition möglich, aber keine Fortsetzung von Rot-Rot.

49 Prozent der Berliner sagen, Rot-Grün wäre „gut für Berlin“. Über eine rot-rote Koalition denken dies 33 Prozent, über eine große Koalition 32 Prozent. Dass eine schwarz-grüne Koalition unter Führung der CDU „gut für Berlin“ wäre, finden 22 Prozent der Wahlberechtigten. Über eine grün-schwarze Koalition unter Führung der Grünen denken dies 13 Prozent. Die Piraten entwickeln sich damit immer stärker zur großen Überraschung des Wahlkampfs - und sind deshalb am Sonntagabend zu Gast beim Tagesspiegel.

Wer ist diese Partei, deren Forderungen oft als realitätsfern verspottet werden – etwa die nach einem bedingungslosen Grundeinkommen oder einem kostenfreien öffentlichen Nahverkehr? Was wollen die Piraten, die bisher vor allem als „Internetpartei“ wahrgenommen wurden, für Berlin? Wie wollen sie Demokratie gestalten – in ihrer Partei, aber auch im Abgeordnetenhaus?

Diesen und weiteren Fragen stellt sich am Sonntagabend der Berliner Spitzenkandidat Andreas Baum. Er führt die 950 Mitglieder in einen Wahlkampf, den die Piraten nicht nur im Netz, sondern auch ganz traditionell mit vielen Plakaten betreiben. Im Gespräch wird es natürlich auch um den Gegenwind gehen, den die Piraten in letzter Zeit stärker verspürten, nachdem sie in den fünf Jahren seit ihrer Gründung vor allem als sympathische Außenseiter wahrgenommen wurden.

Spitzenkandidat Baum bekam zuletzt im Netz sein Fett weg, nachdem er in einer RBB-Sendung den 60 Milliarden Euro übersteigenden Schuldenberg Berlins grob auf „viele Millionen Euro“ taxiert hatte. Auf eine Zuschauerfrage nach der wirtschaftspolitischen Ausrichtung hin beschied er, man werde sich nur zu Themen äußern, mit denen man sich beschäftigt habe. Ob es Baum am Sonntag besser macht – seien Sie dabei, um es herauszufinden.

Am Sonntag, 11. September, ab 20 Uhr ist Andreas Baum im Tagesspiegel-Verlagsgebäude zu Gast, Askanischer Platz 3, direkt am S-Bahnhof Anhalter Bahnhof in Kreuzberg. Einlass: 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Es moderieren Markus Hesselmann und Johannes Schneider.

(mit dpa)

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