Berlin : Besuch im Geldspeicher

Werner Schmidt

Es tackert wie ein überdrehter Dieselmotor: Bei jedem Tack fliegt eine zweifarbige Metallscheibe - ein von einem Messingring umschlossener Nickelkern - in die mit schwarzem Plastik ausgeschlagene Holzkiste. Die Maschine nebenan verarbeitet die Rohlinge schließlich zu Münzen im Wert von einem Euro. Es lärmt, es riecht nach Metall und nach Maschinenöl. Keiner der Arbeiter trägt einen Ohrschutz: "Er ist nur für bestimmte Bereiche vorgeschrieben", sagt Manuela Fuchs von der Geschäftsleitung der Berliner Münze. Im Verpackungsbereich zum Beispiel. Die Präge ist ein ungemütlicher Ort - nichts verführt dazu, wie Dagobert Duck ein Bad in den Talern zu nehmen. Die Münze am Molkenmarkt in Mitte ist in rein gar nichts vergleichbar mit dem Geldspeicher des Entenhausener Quatrillionärs. Doch - in einem. Den Sicherheitsvorkehrungen. Jeder wird beim Verlassen kontrolliert.

Zum Thema OnlineSpezial: Der Euro kommt
Euro-Countdown: Die Serie im Tagesspiegel
Euro-Memory: Passende Euro-Pärchen finden
Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Ähnlich wie am Flughafen oder beim Besuch des Landgerichts muss sich jeder, gleich ob Besucher oder Mitarbeiter, beim Verlassen der Präge - sie heißt so, weil hier die Münzen geprägt werden - mit einem Metalldetektor abtasten lassen. Metallgegenstände aus den Taschen, einmal mit dem Metalldetektor über die Kleidung, die Schuhsohlen, und wenn es piepst, gleich nochmal. Zum Schluss der obligatorische Blick ins Portemonnaie. Wo anders als dort ließen sich sonst heimlich abgezweigte Münzen unterbringen?

Rund um die Uhr, von sonntags 22 Uhr bis freitags 22 Uhr, rattern die Maschinen. Dort, wo schon zu DDR-Zeiten die "Alu-Chips" geprägt wurden, nach der Wende die Mark und nun seit 1999 der Euro, werden die glänzenden runden Metallscheiben aus Stahl, Kupfer, Nickel und Messing produziert, poliert, gewogen und verpackt. Entweder zu Rollen, die schließlich in einer der Transportkisten aus Holz landen oder in der Plastiktüte - als Teil des Euro-Starterpakets mit 10 Euro 23 Cent. Für 20 Mark können diese Pakete von 17. Dezember an bei den Banken und Sparkassen erworben werden - um schon mal mit dem neuen Geld zu üben.

Über drei Milliarden Münzen wurden bereits hergestellt, der Berliner Anteil an den insgesamt 17 Milliarden Geldstücken, die gemeinsam mit den Prägeanstalten in Hamburg, München, Stuttgart und Karlsruhe für die bundesdeutsche Währungsumstellung produziert werden. In Holzkisten werden sie in die Lager der Zentralbank transportiert. Um Verwechslungen der gefüllt jeweils 650 Kilo schweren Transportbehälter zu vermeiden, wird außen ein Feld markiert. Vorgegeben sind die Münzwerte von 5 bis 0,01. Ohne Währungsbezeichnung, denn die Kisten werden auch zum Rücktransport der D-Mark-Münzen eingesetzt. Deshalb findet sich auch die Markierung 5,-- darauf: Für den Rücktransport der 5-Mark-Stücke. 5-Euro-Münzen sind im neuen Währungssystem nicht vorgesehen.

Reges Interesse fand die Münze und ihre Euro-Produktion wenige Monate vor der offiziellen Währungsumstellung in aller Welt. Neben den deutschen Fernsehsendern haben das mexikanische und auch das japanische Fernsehen in der Prägeanstalt bereits gefilmt, Fotografen aus aller Herren Länder bitten am Molkenmarkt um Termin, um einmal im Euro-Berg wühlen zu dürfen.

Die Berliner Münzeprägeanstalt hat eine lange Tradition. Bereits im ausgehenden Mittelalter wurden in Berlin Geldstücke hergestellt. 1280 wurde die Prägung von Münzen in Berlin zuerst urkundlich erwähnt. Damals stand die Prägeanstalt vermutlich an der Klosterstraße, nicht weit entfernt von ihrem jetzigen Standort. Als König Friedrich II. von Preußen um 1750 das Münzwesen neu ordnete, bekamen auch die Münzen ein Zeichen aufgedrückt, das ihre Herkunft deutlich macht. So stammen mit einem A gekennzeichnete Münzen aus Berlin, ein D steht für München, ein F für Stuttgart. Münzen mit einem G kommen aus der Prägeanstalt in Karlsruhe und diejenigen mit einem J aus Hamburg.

Frankfurt (rtr). Der Reifenkonzern und Autozulieferer Continental rutscht 2001 erstmals seit zehn Jahren wieder in die roten Zahlen. Aufgrund von Überkapazitäten sollen zwei Werke in Europa geschlossen werden. Die Kosten für die geplanten Maßnahmen würden die Bilanz für 2001 zusätzlich belasten, sagte Konzernchef Manfred Wennemer am Donnerstag in Frankfurt. Für die für Juli 2002 vorgesehene Schließung der Reifenproduktion im österreichischen Traiskirchen seien 70 Millionen Euro Rückstellungen für einen Sozialplan gebildet worden. Von dieser Schließung seien zunächst etwa 950 Arbeitsplätze betroffen.

In Kürze folge die Entscheidung über die Schließung eines weiteren Pkw-Reifenwerkes, sagte Wennemer weiter. Welcher Standort das sein werde, stehe noch nicht fest. Angaben aus Konzernkreisen, dass auch das schwedische Werk in Gislaved mit knapp 800 Beschäftigten zur Disposition stehe, wollte Wennemer nicht bestätigen. Die Anpassungen der Kapazität seien aufgrund der konjunkturell bedingten Marktschwierigkeiten nötig. Conti sei mit diesen Maßnahmen für 2002 gerüstet, bereits wieder eine Bilanz auf dem Niveau von 2000 vorzulegen. Die Conti-Aktie stieg nach den Ankündigungen.

Die in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" genannten Pläne für einen Abbau von insgesamt 4000 Arbeitsplätzen dementierte Wennemer. Diese Zahl sei deutlich zu hoch. Betroffen seien vor allem Standorte außerhalb Deutschlands. Im Inland werde es im kommenden Jahr allerdings bei der von DaimlerChrysler mehrheitlich übernommen Elektronik-Tochter Temic "im geringen Umfang" zu Arbeitsplatzverlusten kommen.

Auch für den Bereich Nordamerika und Mexiko, wo Conti sechs Reifenwerke betreibt, wollte Wennemer Werkschließungen aufgrund der gesunkenen Nachfrage nicht ausschließen. Berichte über eine geplante Schließung im mexikanischen Guadalajara seinen jedoch falsch.

Für 2002 erwarte Conti ein Umsatzplus zwischen drei und sechs Prozent, sagte Wennemer. Das operative Ergebnis (Ebit) soll den Wert von 2000 von 432 Millionen Euro erreichen. Auch der Gewinn wird auf dem Niveau von 2000 bei etwa 205 Millionen Euro erwartet. Die Gesamtsumme 2001 für Restrukturierungen liege mit den jetzt genannten 70 Millionen Euro inzwischen bei insgesamt 170 Millionen Euro.-Frankfurt (rtr). Der Reifenkonzern und Autozulieferer Continental rutscht 2001 erstmals seit zehn Jahren wieder in die roten Zahlen. Aufgrund von Überkapazitäten sollen zwei Werke in Europa geschlossen werden. Die Kosten für die geplanten Maßnahmen würden die Bilanz für 2001 zusätzlich belasten, sagte Konzernchef Manfred Wennemer am Donnerstag in Frankfurt. Für die für Juli 2002 vorgesehene Schließung der Reifenproduktion im österreichischen Traiskirchen seien 70 Millionen Euro Rückstellungen für einen Sozialplan gebildet worden. Von dieser Schließung seien zunächst etwa 950 Arbeitsplätze betroffen.

In Kürze folge die Entscheidung über die Schließung eines weiteren Pkw-Reifenwerkes, sagte Wennemer weiter. Welcher Standort das sein werde, stehe noch nicht fest. Angaben aus Konzernkreisen, dass auch das schwedische Werk in Gislaved mit knapp 800 Beschäftigten zur Disposition stehe, wollte Wennemer nicht bestätigen. Die Anpassungen der Kapazität seien aufgrund der konjunkturell bedingten Marktschwierigkeiten nötig. Conti sei mit diesen Maßnahmen für 2002 gerüstet, bereits wieder eine Bilanz auf dem Niveau von 2000 vorzulegen. Die Conti-Aktie stieg nach den Ankündigungen.

Die in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" genannten Pläne für einen Abbau von insgesamt 4000 Arbeitsplätzen dementierte Wennemer. Diese Zahl sei deutlich zu hoch. Betroffen seien vor allem Standorte außerhalb Deutschlands. Im Inland werde es im kommenden Jahr allerdings bei der von DaimlerChrysler mehrheitlich übernommen Elektronik-Tochter Temic "im geringen Umfang" zu Arbeitsplatzverlusten kommen.

Auch für den Bereich Nordamerika und Mexiko, wo Conti sechs Reifenwerke betreibt, wollte Wennemer Werkschließungen aufgrund der gesunkenen Nachfrage nicht ausschließen. Berichte über eine geplante Schließung im mexikanischen Guadalajara seinen jedoch falsch.

Für 2002 erwarte Conti ein Umsatzplus zwischen drei und sechs Prozent, sagte Wennemer. Das operative Ergebnis (Ebit) soll den Wert von 2000 von 432 Millionen Euro erreichen. Auch der Gewinn wird auf dem Niveau von 2000 bei etwa 205 Millionen Euro erwartet. Die Gesamtsumme 2001 für Restrukturierungen liege mit den jetzt genannten 70 Millionen Euro inzwischen bei insgesamt 170 Millionen Euro.

0 Kommentare

Neuester Kommentar