Berlin : Betonpoller schützen Jüdische Gemeinde

Verwaltungsgebäude in Charlottenburg abgesperrt

-

Mit Betonklötzen sicherten gestern Nachmittag Polizei und Feuerwehr Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde an der Joachimstaler Straße in Charlottenburg. Bis in die Abendstunden war die Straße in Richtung Steglitz gesperrt. Es kam vor allem während des abendlichen Berufsverkehrs zu erheblichen Behinderungen. Nach Auskunft eines Polizeisprechers wurden die Poller nach einer Übereinkunft zwischen der Jüdischen Gemeinde und der Polizei aufgestellt. Das Gebäude entspreche nicht den normalen Sicherheitsstandards.

Die Betonklötze standen zuvor vor der Synagoge an der Oranienburger Straße in Mitte. Dort wurden sie, wie berichtet, vor wenigen Wochen durch Stahlpoller ersetzt, die in die Fahrbahn eingelassen sind. Insgesamt werden zehn der Betonpoller auf der rechten Fahrbahnseite der Joachimstaler Straße aufgestellt, sagte der Polizeisprecher. Dort habe bisher bereits ein absolutes Haltverbot bestanden. In der Vergangenheit sicherten Posten der Wachpolizei die Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde. An der Joachimstaler Straße neben der Diskothek Kudorf und dem Polizeiabschnitt 27 ist unter anderem das Verwaltungszentrum der Gemeinde, eine Synagoge und das Rabbinerbüro untergebracht.

Aus Angst vor möglichen Terroranschlägen war in den vergangenen Wochen bereits die Britische Botschaft an der Wilhelmstraße in Mitte abgeriegelt worden. Die Straße ist zwischen der Straße unter den Linden und der Behrenstraße vollständig gesperrt. Auch hier sind Betonklötze auf der Fahrbahn aufgestellt. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten stehen Posten. Lediglich Fußgänger und Radfahrer können auf dem der Botschaft gegenüberliegenden Fußweg passieren. Auch die BVG-Busse müssen einen Umweg fahren. Mit den Betonklötzen soll verhindert werden, dass Selbstmordattentäter mit Sprengstoff beladenen Autos durchbrechen.

Hinweise auf geplante Terroranschläge gibt es offenbar bisher nicht. Dennoch schloss die Polizei nicht aus, das je nach Sicherheitslage die Vorkehrungen in den kommenden Wochen noch verstärkt werden könnten.weso

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar