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Betreuungszeiten in Kitas : Nachtschicht für die Kleinen

Die Berliner CDU verabschiedet Leitantrag zu flexibleren Betreuungszeiten für Kitas, um Eltern zu entlasten. Sie will wie gehabt in jedem Bezirk eine 24-Stunden-Kita einrichten.

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Mittagessen in einer Kita (Archivbild).
Mittagessen in einer Kita (Archivbild).Foto: dpa

Abgehetzte Mütter oder Väter, die ihr Kind von der Kita abholen wollen: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf lässt zu wünschen übrig, wenn in Berlin bisher nur wenige Kitas nach 18 Uhr geöffnet sind. Die Berliner CDU schlägt wie berichtet vor, in jedem Bezirk eine 24-Stunden-Kita einzurichten. Auch sogenannte „Familien-Überholspuren“ in der Berliner Verwaltung, also spezielle Schalter für Eltern mit kleinen Kindern, sollen die Wartezeiten verkürzen. Familienpolitik sei das „Herzstück“ christdemokratischer Politik, sagte CDU-Chef Frank Henkel am Donnerstagabend in der Landesgeschäftsstelle. Auf ihrem 14. Kleinen Parteitag verabschiedete die CDU den Leitantrag mit dem Titel „Kinder, Kinder – Für Familien in Berlin!“.

Einen Antrag des CDU-Generalsekretärs Kai Wegner und seines Kreisverbands Spandau, flexiblere Betreuungszeiten anzubieten, hatte die CDU schon auf ihrem Parteitag im Juni verabschiedet. Die Union betont, dass es sich bei einer 24-Stunden-Kita nicht um eine Ganztagsbetreuung, „sondern lediglich um die Betreuung zu anderen Zeiten“ handele.

Übernachtungsplätze werden kaum angenommen

In Berlin gab es mehrfach den Versuch, Übernachtungsplätze für Kinder in Kitas anzubieten. Das Angebot der Träger Ina-Kindergärten an der Charité zwischen 2008 und 2011 wurde mangels Nachfrage eingestellt. Das Kind in der Kita übernachten zu lassen, ist für die meisten Eltern nur eine Notlösung. Der Senat setzt vielmehr auf ergänzende Tagespflege: Tagesmütter und -väter oder andere Personen betreuen die Kinder außerhalb der Kitazeiten, wenn die Eltern den Bedarf nachweisen. Bisher haben jedoch nur Eltern von gut 500 Kindern dieses Angebot wahrgenommen.

Ab 2016 wird die „mobile Kinderbetreuung“ mit 381.000 Euro pro Jahr aus dem Landeshaushalt finanziert. Laut Sprecher Ilja Koschembar soll ein Servicebüro aufgebaut werden, das zwischen Kitas, Jugendamt und Eltern vermittelt, die auch zu Abend- und Nachtzeiten eine Kinderbetreuung zu Hause benötigen. Es soll ein Online-Portal eingerichtet werden, in dem Eltern den Antrag stellen können. Die Berliner Union will außerdem die Qualität der Betreuung und den Betreuungsschlüssel für die unter dreijährigen Kinder verbessern.

In ihrem Leitantrag hält die CDU nicht an der in der Koalition vereinbarten Gebührenfreiheit fest. „Auch die Qualität muss stimmen, aber nicht mit gebührenfreien Kitas“, sagte Henkel. Wer gut verdient, könne damit laut Antrag in die Qualität der Betreuung und in eine bessere Bezahlung der Erzieher investieren.

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