Berlin : Betrug mit falschen E-Mails

Mittelsmann zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Der arbeitslose Goldschmied suchte im Internet einen Job und wurde zu einem Mittelsmann für professionelle Internet-Betrüger: Axel R. richtete im Auftrag einer Firma, über die er keine weiteren Erkundigungen einzog, ein Konto ein. Bald war eine Summe von 7000 Euro eingegangen, die er gegen sieben Prozent Provision weisungsgemäß in die Ukraine überwies. Dass das Geld vom Konto eines mit falschen Bank-E-Mails betrogenen Kunden des Online-Bankings stammte, will der 56-jährige R. nicht geahnt haben.

„Ich hatte von Bekannten gehört, dass man im Internet gut Geld verdienen kann“, sagte R. gestern vor dem Amtsgericht. Das Angebot sei bei ihm per Mail eingegangen. Wie R. war ein Mann aus Hessen den unbekannten Hintermännern auf den Leim gegangen und hatte für eine angebliche „erneute Aktivierung seines Bankkontos“ seine Zugangsdaten offenbart.

Das Gericht glaubte dem Angeklagten zwar, dass er von dem „Phishing“ mit professionell gefälschten E-Mails nichts wusste. Ihm habe aber klar sein müssen, dass er es mit illegalem Geld zu tun hatte. Wegen Geldwäsche erging gegen R. eine Strafe von sechs Monaten Haft auf Bewährung. Jetzt steht ihm ein Rechtsstreit mit dem geprellten Kunden bevor, der die 7000 Euro zurückverlangt. K. G.

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