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Betrugsverdacht : Razzia in Helios-Klinik

Die Polizei durchsucht mit einem Großaufgebot seit den Morgenstunden die Helios-Klinik in Buch sowie diverse Büroräume. Der Klinikkonzern zeigt sich völlig überrascht.

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Wegen Verdachts auf Abrechnungsbetrug steht das Helios Klinikum in Berlin-Buch erneut im Fokus der Ermittler.
Wegen Verdachts auf Abrechnungsbetrug steht das Helios Klinikum in Berlin-Buch erneut im Fokus der Ermittler.Foto: dpa

Mehr als 150 Polizeibeamte haben am Morgen das Helios-Krankenhaus in Buch sowie einige Büros durchsucht. "Wir haben mehrere Durchsuchungsbeschlüsse wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug", sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten stellten kistenweise Unterlagen sicher. Festnahmen gab es laut Polizeiangaben bislang keine.

Um 14 Uhr wollen sich Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zu den Ermittlungen äußern. 

Helios wurde von den Durchsuchungen offenbar völlig überrascht. "Wir haben nach unserer Einschätzung alles getan, um fehlerhafte Abrechnungen zu vermeiden", sagte eine Sprecherin am Dienstag. Man werde die Polizei bei ihren Ermittlungen nach Kräften unterstützen. Zu den konkreten Vorwürfen wollte sich das Unternehmen mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Bereits im Juni und Oktober vergangenen Jahres hatte es eine Großrazzia bei Krankenhäusern des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin gegeben. Der Vorwurf lautete auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug im großen Stil. Drei Tatverdächtige wurden verhaftet, kamen aber bis zum Prozess auf freien Fuß.

Beim Berliner LKA gibt es ein eigenes Kommissariat "Medicus", das sich mit Wirtschaftsbetrug im Gesundheitswesen befasst. Anfangs hatte es nur sechs Mitarbeiter, während der Ermittlungen gegen die DRK-Kliniken, richtete das LKA zusätzlich eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe mit dem Namen "Reputatio" ein. Die Beamten werteten unter anderem den internen E-Mail-Verkehr der Krankenhäuser aus. Nach der Razzia waren die Ermittler verblüfft, wie offen die Betrügereien durchgeführt und geplant worden. Umfangreiches Beweismaterial konnte gesichert werden.

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