Berlin : Bewährung für 81-Jährigen mit Waffenarsenal

Berlin - Der Angeklagte beugte sich vor, um besser verstehen zu können. Ob das „ganze Zeug“ eingezogen werden kann, er darauf freiwillig verzichtet? „Jawoll“, sagte Günter W. zackig. Der 81-Jährige verabschiedete sich damit von einem Arsenal. An die 100 Waffen hatte die Polizei bei ihm gefunden. Schwere Kaliber darunter und zudem 7500 Schuss Munition. Das illegale und gefährliche Lager in seinem Keller brachte den Karosseriebaumeister aus Lankwitz am Mittwoch wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontroll- und Waffengesetz vor Gericht.

Auf drei Waffen hatte sich die Staatsanwaltschaft beschränkt. Ein Sturmgewehr, ein Maschinengewehr und eine Maschinenpistole. „Er ist ein Waffensammler“, so sein Verteidiger. „Er hat die mal in den Jahren erworben, aber nie etwas damit angefangen.“ W. sagte vor der Saaltür: „Es ist eine Leidenschaft, tut mir leid, aber wenn ich eine Waffe sehe, kriege ich feuchte Hände.“ Er lächelte kurz und schob hinterher: „Das war früher so.“

Früher war er im Schützenverein. „50 Jahre“, sagte der Rentner. Für ein paar Waffen hatte er eine Besitzkarte. Wo er die verbotenen Gewehre und Pistolen erworben hatte, blieb offen. Einige sollen ihm Witwen von Kameraden gebracht haben. Alles lag hinter einer Stahltür im Keller, daneben hatte er einen 25 Meter langen Schießstand gebaut. Ein Bekannter zeigte den Rentner an – aus Angst, das Arsenal könnte in falsche Hände geraten, hieß es. Das Gericht verhängte 20 Monate Haft auf Bewährung. K.G.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben