Bewerberin wegen Brustimplantaten abgelehnt : Die Polizei geht zu weit!

Weil eine junge Frau Brustimplantate hat, wurde sie von der Polizei als Bewerberin für ungeeignet erklärt. Das Verwaltungsgericht hat die von der Polizei angeführten gesundheitlichen Gründe für nichtig erklärt. Sigrid Kneist findet, dass die Polizei manchmal wirklich zu weit geht.

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Weibliche Beamte sind bei der Polizei immer noch in der Minderheit.
Weibliche Beamte sind bei der Polizei immer noch in der Minderheit.Foto: imago

Dass manche Arbeitgeber bei der Auswahl ihrer Angestellten über Gebühr neugierig sind, ist hinreichend bekannt. Dem setzt die Rechtsprechung immer wieder Grenzen: Auf allzu private Fragen etwa, die mit dem Job nichts zu tun haben, muss ein Bewerber nicht antworten. Und wenn eine Frage nicht zulässig ist, darf man sogar die Unwahrheit sagen. Ein solcher Klassiker ist, wenn der Personalchef von einer Frau wissen möchte, ob sie schwanger ist oder wie sie sich so ihre Familienplanung vorstellt.

Jetzt musste das Berliner Verwaltungsgericht darüber entscheiden, ob die Polizei eine Bewerberin ablehnen darf, weil sie Brustimplantate hat. Die Behörde hatte eine junge Frau für nicht geeignet erklärt und war der Auffassung, diese könne nicht bei Einsätzen mit Schutzkleidung tätig sein. Durch den damit verbunden Druck sei ein höheres Risiko für Erkrankungen zu erwarten.

Geht die Polizei zu weit?

Da stellen sich doch erst einmal einige Fragen: Muss eine Behörde so etwas überhaupt wissen? Wird das standardmäßig abgefragt? Geht das nicht alles ein bisschen weit, und was wollen die denn sonst noch wissen? Und sind die Personalverantwortlichen bei der Polizei da nicht vielleicht auch ein bisschen Opfer ihrer Fantasie geworden?

Diese Fragen hat das Verwaltungsgericht natürlich nicht beantwortet. Aber aufgrund eines ärztlichen Gutachtens kamen die Richter zu dem Schluss, dass die Bewerberin deswegen nicht einem höheren Risiko ausgesetzt ist als andere Frauen. Aber hoffentlich auch nicht dem Risiko schenkelklopfender Vorgesetzter!

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