Berlin : Beziehungsprobleme: Eine Abwehrrakete sollte helfen

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Nach einem Beziehungsstreit drohte am Dienstagnachmittag ein 44-jähriger Mann, sein Wohnhaus in Wedding mit einer Panzerabwehrrakete in die Luft zu sprengen. Der stark angetrunkene Mann hatte im Verlauf des Streits mit seiner Bekannten die Panzerabwehrrakete auf den heimischen Wohnzimmertisch gestellt und lautstark gedroht, dass es ihm "egal sei, wie viele Leute dabei drauf gehen". Die 39-jährige Frau konnte jedoch in einem günstigen Augenblick auf die Straße flüchten und alarmierte die Polizeibeamten.

Die herbeigerufenen Beamten nahmen die Drohung ernst und schickten das Spezialeinsatzkommando (SEK) in die Torfstraße in Wedding. Das Haus wurde vollständig geräumt, alle Mieterinnen und Mieter aus Sicherheitsgründen aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Gegen 17.25 Uhr brachen die Spezialisten schließlich gewaltsam die Tür zu der Wohnung des 44-Jährigen auf. Die für solche Situationen speziell ausgebildeten Mitglieder des SEK konnten den Mann anschließend ohne Blutvergießen überwältigen.

Im Institut für Polizeitechnische Untersuchungen stellten Experten am Mittwoch nach einer Untersuchung fest, dass es sich bei der Panzerabwehrrakete um ein vermutlich jugoslawisches Modell handelt, in dem allerdings kein Sprengstoff war. Funktionstüchtige Panzerabwehrwaffen hätten in einem Wohnhaus eine verheerende Durchschlagskraft und Zerstörungswirkung. In der Wohnung des Mannes wurden allerdings 25 zugehörige Patronen mit unterschiedlichen Kaliber gefunden. Der 44-Jährige wurde festgenommen und es wurde ihm eine Blutprobe entnommen, um zu prüfen, wie stark er angetrunken war. Ein Ergebnis lag gestern allerdings noch nicht vor.

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