Berlin : Bezirk Mitte will Rabinstraße

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In Berlin könnten bald Straßen nach dem 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin und dem Gründer des Staates Israel, David Ben Gurion, benannt werden. Der Bezirk Mitte und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung prüfen derzeit, welche Straße oder Platz nach Rabin benannt werden kann. Der Bürgermeister von Mitte, Joachim Zeller (CDU), hat die Straßenbenennungs-Kommission seines Bezirks darum gebeten, über eine Rabinstraße „sehr wohlwollend“ nachzudenken. Zugleich hat der Regierende Bürgermeister Wowereit gebeten, „den Bezirk bei seinen Bemühungen, (für beide) eine geeignete Straße oder einen Platz zu finden“, mit „Nachdruck zu unterstützen.“ So steht es in einem Schreiben der Senatskanzlei an den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Jochen Feilcke (CDU).

Die Anregung sei schon im vergangenen Jahr dem Bezirk Mitte übermittelt worden. Aber leider sei es bisher nicht gelungen, eine geeignete Straße zu finden, bedauert Feilcke. Der CDU-Politiker bemüht sich seit zwei Jahren um eine Rabinstraße in Berlin. Nun schrieb Feilcke einen Brief an den Regierenden Bürgermeister. „Gerade die aktuelle, äußert zugespitzte politische Situation im Nahen Osten macht deutlich, wie verhängnisvoll die Ermordung des Friedensnobelpreisträgers Rabin nicht nur für Israel sondern für die gesamte Region war und noch immer ist“, hieß es darin. Daraufhin sicherte ihm Wowereit „nachdrückliche Unterstützung“ zu. Erst auf diese Weise erfuhr Jochen Feilcke, dass es außerdem den Vorschlag gibt, eine Straße nach David Ben Gurion zu benennen. „Ich bin überrascht und erfreut zugleich“, sagte Feilcke. Der Gurion-Vorschlag geht auf die Initiative von Niels Hansen zurück, der von 1981 bis 1985 Botschafter in Israel war. Anfang der 90er Jahre habe er an Eberhard Diepgen geschrieben und ihn darum gebeten, in Berlin eine Gurionstraße vorzuschlagen, so die Senatskanzlei. Welchen eine Straße tragen soll, entscheiden allein die Bezirke. Wenn die Straße im Regierungsviertel liegt, haben auch Bund und Land das Vetorecht. Zumindest die Rabinstraße wird wohl dort liegen. Denn: „Solch eine Straße muss an exponierter Stelle liegen“, sagen alle Beteiligten. suz

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