Bauarbeiten im Bayerischen Viertel : Warum ist das Amtsgericht eingerüstet?

Die Grunewaldstraße ist derzeit die Straße der Gerüste. Nicht nur das neue Bahnhofsgebäude am Bayerischen Platz wird hochgezogen. Auch am historischen Amtsgerichtsgebäude werkeln die Bauarbeiter.

von und
Gerüstlandschaft I: In der Grunewaldstraße wird das Amtsgericht wegen des Brandschutzes und erhoffter Energieersparnis umgebaut.
Gerüstlandschaft I: In der Grunewaldstraße wird das Amtsgericht wegen des Brandschutzes und erhoffter Energieersparnis umgebaut.Foto: Thilo Rückeis

Wer derzeit am westlichen Ende des Bayerischen Platzes steht und die Grunewaldstraße hinunterschaut, der blickt auf eine Straße der Gerüste. Außer am neuen Gebäude des U-Bahnhofs Bayerischer Platz wird auch an einem anderen markanten Haus derzeit gewerkelt, dem Schöneberger Amtsgericht in der Grunewaldstraße 66–67, das von 1901 bis 1906 von Paul Thoemer und Rudolf Mönnich gebaut wurde. Das Architekten- und Planerduo zeichnete in Berlin unter anderem auch für die Amtsgerichte Lichtenberg, Pankow und Wedding verantwortlich.

Die "Berliner Immobilien Management", kurz BIM, die mit der Verwaltung und Instandsetzung aller öffentlichen Dienstgebäude des Landes Berlin betraut ist, verspricht die aktuellen Arbeiten noch im Juni beenden zu wollen, obwohl es, ähem, das BER-Desaster haben wir immer im Hinterkopf, in diesem Fall wie in so vielen Fällen in Berlin um den Brandschutz geht.

Was zu tun ist? Es müssen Rauchmelder eingebaut werden und Brandschutztüren, damit Feuer nicht von einem Gebäudeteil auf das andere übergreifen kann. Die Gelegenheit will die BIM außerdem dazu nutzen, den Energieverbrauch des Gebäudes zu senken: Deshalb werden die Handwerker eine Dämmschicht einziehen, damit weniger Heizenergie aus dem Gebäude austritt. Daher die Gerüste.

Rund 950.000 Euro kostet die Baumaßnahme nach Angaben der BIM, einem Landesunternehmen, das 1571 Gebäude verwaltet. Umgesetzt werden die Arbeiten in zwei Schritten: Zunächst der Westflügel, dann der Ostflügel. Begonnen haben die Arbeiten übrigens bereits vor zwei Jahren, Anfang 2012. Nach außen fallen sie durch die Gerüste erst jetzt auf.

Gerüstlandschaft II: Am Bayerischen Platz entsteht ein neues U-Bahngebäude.
Gerüstlandschaft II: Am Bayerischen Platz entsteht ein neues U-Bahngebäude.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Zwischen 2010 und 2012 war in dem historischen Gebäude schon einmal umgebaut worden, zum Beispiel die sanitären Anlagen für Besucher und Mitarbeiter - und vielleicht als Wichtigstes, zumindest aus Eltern-Sicht: Ein Kinderzimmer wurde eingerichtet.

Wohnen Sie im Bayerischen Viertel oder interessieren Sie sich für diesen besonderen Berliner Kiez? Unseren neuen Kiezblog zum Bayerischen Viertel finden Sie hier. Themenanregungen und Kritik gern im Kommentarbereich etwas weiter unten auf dieser Seite oder per E-Mail an: bayerischesviertel@tagesspiegel.de.

Folgen Sie Markus Hesselmann auf Twitter

Autoren

Willkommen auf der Kiezseite Bayerisches Viertel

Ich heiße Markus Hesselmann, leite die Online-Redaktion des Tagesspiegels und lebe im Bayerischen Viertel. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen schreibe ich über unseren wunderbaren Kiez. Über Historisches, Kulturelles, Aktuelles und besonders gern über bürgerschaftliches Engagement. Und dabei hoffe ich auf Ihre Unterstützung, liebe Leserinnen, liebe Leser. Schicken Sie Ihre Themen-Anregungen und Ihre Kritik an bayerischesviertel@tagesspiegel.de oder kommentieren Sie hier auf der Seite unter den Texten. Ich freue mich auf die Debatten!

7 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben