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Eingangshalle am U-Bahnhof eröffnet : BVG überrascht die Bürger am Bayerischen Platz

Die neue Eingangshalle am U-Bahnhof Bayerischer Platz ist offen. Eröffnung für das gesamte Gebäude samt neuem "Café Haberland" wird am 19. September gefeiert. Ein Aufzug zu den Bahnsteigen kommt erst später.

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Bis zum 19. September, wenn das gesamte Gebäude samt Café, Veranstaltungsraum, Sonnenterrasse und digitaler Ausstellung über das Bayerische Viertel eröffnet werden soll, gibt es jedenfalls noch gut zu tun. Und hier noch einmal der Link zu unserem Kiezblog über das Bayerische Viertel.
Bis zum 19. September, wenn das gesamte Gebäude samt Café, Veranstaltungsraum, Sonnenterrasse und digitaler Ausstellung über das...Foto: Markus Hesselmann

Im Internet ist der „Silent Launch“, der Start eines neuen Angebots, ohne darum öffentlich viel Aufhebens zu machen, nicht ungewöhnlich. Auch mit unserem Lokalblog zum Bayerischen Viertel haben wir erst mal in Ruhe begonnen, um zu schauen, wie eine solche Online-Seite, die sich auf einen Berliner Kiez konzentriert, ankommt. Sie kommt gut an, dazu demnächst mehr hier im Blog.

Die BVG jedenfalls hat nun die Bewohner des Bayerischen Viertels mit der stillen Eröffnung der neuen U-Bahnhofshalle am Bayerischen Platz überrascht – in etwa so wie im Frühjahr mit dem Totalabriss des alten Bahnhofsgebäudes, der viele Anwohner doch arg irritierte.

Jetzt wirken sie eher erfreut, wenn sie durch das neue Bahnhofsgebäude laufen, obwohl längst nicht alle im Kiez mit dem platzbestimmenden zweistöckigen Bauwerk einverstanden sind – das legten neben viel Zustimmung eben auch einige kritische Reaktionen vor einiger Zeit an einem Infostand zum Neubau nahe.

Mit einer Story, dass in der BER-geplagten Hauptstadt sogar mal etwas vorfristig fertig wird, kann die BVG allerdings nicht aufwarten. Man hatte sich vorsichtshalber gar keinen konkreten Eröffnungstermin gesetzt. „Wir haben uns gesagt, wir machen sofort auf, wenn wir fertig sind“, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Das ganze Gebäude, der U-Bahnhof mit Aussicht, ist damit nicht fertig. Noch ist es eingerüstet, die Arbeiten sollen bis Herbst dauern. Ein Aufzug, der die Grunewaldstraße mit den Bahnsteigen der U7 und der U4 verbindet, ist wegen der angeblichen Komplexität des Bauwerks sogar erst frühestens für nächstes Jahr geplant. Und das in einem Viertel, in dem viele ältere Menschen leben.

Jetzt auch erste Bilder vom geplanten Aufzug am U-Bahnhof Bayerischer Platz
Simulation des Aufzugs, der ab 2016 von der Grunewaldstraße aus in den U-Bahnhof Bayerischer Platz führen soll.Weitere Bilder anzeigen
1 von 76Simulation: BVG
12.03.2015 17:53So soll er aussehen, der Aufzug am U-Bahnhof Bayerischer Platz, den die BVG im kommenden Jahr endlich einbauen will. Dazu muss die...

Dafür tut sich bei einem anderen Thema etwas. Während in der neuen Eingangshalle bereits Videokameras installiert sind, wird das Zwischendeck samt seiner Ausstellung zur Geschichte des jüdisch geprägten Kiezes derzeit immer noch nicht überwacht. Obwohl dort immer wieder Bilder beschmiert werden, auch die historischen Aufnahmen der Synagoge in der Münchener Straße.

„Wegen der Ausstellung haben wir den Bahnhof auf unserer Prioritätenliste nach oben gesetzt“, sagt Petra Reetz. Grundsätzlich sei der Bahnhof in diesem Kiez vergleichsweise wenig problematisch und deshalb eigentlich kein Schwerpunkt für eine Umrüstung. Aber nun solle auch das Zwischendeck noch in diesem Jahr mit Kameras ausgestattet werden.

Die feierliche Eröffnung des gesamten Bauwerks soll nun am 19. September begangen werden - pünktlich zum "Langen Freitag" rund um den Platz, den der Bürgerverein "Quartier Bayerischer Platz", der die Neugestaltung des U-Bahnhofs mit angeschoben hat, in jedem Jahr veranstaltet. Dann öffnet auch der gläserne Pavillon im ersten Stock, in dem ein Café samt Terrasse den Betrieb aufnimmt. Inzwischen hat das Café auch einen Namen: Als "Café Haberland" wird es an die jüdische Gründerfamilie des Bayerischen Viertels erinnern.

Passend dazu wird es eine digitale Schau zur Geschichte des Bayerischen Viertels geben und viele entsprechende Veranstaltungen. So könnte ein U-Bahnhof bald neuer Kiezmittelpunkt sein. Das gefällt vielen Bürgern, aber nicht allen Gastronomen im Umfeld, die wegen des U-Bahn-Cafés teils um ihre Umsätze fürchten. Und das wird eine unserer nächsten Geschichten hier im Kiezblog.

Wohnen Sie im Bayerischen Viertel oder interessieren Sie sich für diesen besonderen Berliner Kiez? Unseren neuen Kiezblog zum Bayerischen Viertel finden Sie hier. Themenanregungen und Kritik gern im Kommentarbereich etwas weiter unten auf dieser Seite (leider derzeit noch nicht auf unserer mobilen Seite) oder per Email an: bayerischesviertel@tagesspiegel.de. Zum Twitterfeed über das Bayerische Viertel geht es hier. Twittern Sie mit unter dem Hashtag #BayerischesViertel

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Ich heiße Markus Hesselmann, leite die Online-Redaktion des Tagesspiegels und lebe im Bayerischen Viertel. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen schreibe ich über unseren wunderbaren Kiez. Über Historisches, Kulturelles, Aktuelles und besonders gern über bürgerschaftliches Engagement. Und dabei hoffe ich auf Ihre Unterstützung, liebe Leserinnen, liebe Leser. Schicken Sie Ihre Themen-Anregungen und Ihre Kritik an bayerischesviertel@tagesspiegel.de oder kommentieren Sie hier auf der Seite unter den Texten. Ich freue mich auf die Debatten!

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