Luftangriffe auf Berlin und Zeitzeugen : Darüber reden

Zehntausende Tote waren durch alliierte Luftangriffe auf Berlin zu beklagen – genau lässt sich deren Zahl nicht benennen. Im Vergleich zum Ausmaß des Schreckens sind dessen Zeugnisse gering.

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U-Bahnhof Bayerischer Platz im Bayerischen Viertel in Schöneberg nach dem Luftangriff auf Berlin vom 3. Februar 1945.Alle Bilder anzeigen
Foto: BVG-Archiv
02.02.2015 07:56Am 3. Februar 1945 starben im U-Bahnhof Bayerischer Platz 63 Menschen beim schwersten Luftangriff der Alliierten auf Berlin. Hier...

In seinem Essay „Luftkrieg und Literatur“ beschreibt der Schriftsteller W.G. Sebald den Mangel an literarischen Verarbeitungen des Bombenkriegs als Symptom „von vorbewussten Prozessen der Selbstzensur“, als „individuelle und kollektive Amnesie“ oder als „mit einer Art Tabu behaftetes Familiengeheimnis, das man vielleicht nicht einmal sich selber eingestehen konnte“.

Eine öffentliche Debatte sei in Deutschland lange schon deshalb unmöglich gewesen, „weil ein Volk, das Millionen von Menschen in Lagern ermordet und zu Tode geschunden hatte, von den Siegermächten unmöglich Auskunft verlangen konnte über die militärpolitische Logik, die die Zerstörung der deutschen Städte diktierte“.

Auf vier gedruckten Seiten sowie mit weiteren Texten, Videos und Bildern auf unserer Internetseite, vor allem im Kiezblog Bayerisches Viertel, unternehmen wir den Versuch, uns mithilfe von Zeitzeugen diesem Schrecken anzunähern, ohne auch nur im Ansatz zu relativieren, von wem dieser Schrecken ursprünglich ausging: nämlich von Deutschland selbst.

Aus Selbstzensur, Amnesie und Tabu, einem verdrängten Schrecken, erwächst nichts Gutes. Wir sind darüber froh, dass wir uns heute dazu austauschen können und dass die Menschen, die den Schrecken erlebt haben, bereit sind, über ihn zu reden.

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Ich heiße Markus Hesselmann, leite die Online-Redaktion des Tagesspiegels und lebe im Bayerischen Viertel. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen schreibe ich über unseren wunderbaren Kiez. Über Historisches, Kulturelles, Aktuelles und besonders gern über bürgerschaftliches Engagement. Und dabei hoffe ich auf Ihre Unterstützung, liebe Leserinnen, liebe Leser. Schicken Sie Ihre Themen-Anregungen und Ihre Kritik an bayerischesviertel@tagesspiegel.de oder kommentieren Sie hier auf der Seite unter den Texten. Ich freue mich auf die Debatten!

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