Neubau am Bayerischen Platz : U-Bahn mit Aussicht

Am Bayerischen Platz entsteht durch bürgerschaftliches Engagement ein neues Empfangsgebäude zum U-Bahnhof - oben drauf kommen ein Café und eine Dauerausstellung zum jüdischen Leben im Viertel.

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Und so soll es aussehen: U-Bahnhof, Kaffeehaus und Ausstellung, der neue Kiezmittelpunkt am Bayerischen Platz. Im gläsernen Pavillon oben wird es eine Ausstellung zur Geschichte des Bayerischen Viertels geben. Simulation: Architekturbüro Die Brücke
Und so soll es aussehen: U-Bahnhof, Kaffeehaus und Ausstellung, der neue Kiezmittelpunkt am Bayerischen Platz. Im gläsernen...Simulation: Architekturbüro Die Brücke

Ein U-Bahnhof will hoch hinaus. Zumindest bei seinem Empfangsgebäude. Am Bayerischen Platz in Schöneberg setzt die BVG einen Pavillon auf das Empfangsgebäude, in dem es ein Café und eine Dauerausstellung zum jüdischen Leben im Viertel geben soll. Am Mittwoch stellte BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta die Pläne vor, um die das Unternehmen lange ein Geheimnis gemacht hatte. 2,2 Millionen Euro soll der Neubau kosten, weitere 195.000 steuert die Lottostiftung für die Begegnungsstätte im Pavillon bei.

Zunächst war vorgesehen, den Pavillon auf dem vorhandenen Stationsbau des Architekten Rainer G. Rümmler zu bauen. Als man in diesem Bau aber Öffnungen für Fenster schuf, stellte man fest, dass der aus den 70er Jahren stammende Bau bereits so marode war, dass er den Aufbau nicht tragen konnte, sagte BVG-Bauchef Uwe Kutscher. Also wurde der Rümmler-Bau abgerissen. In abgewandelter Form soll das künftige Sockelgeschoss aber ans alte Gebäude erinnern.

Die neuen Berliner U-Bahn-Züge
Das 1:1-Modell der neuen Berliner U-Bahn steht derzeit im Ausbildungszentrum für die U-Bahn-Fahrer in Alt-Moabit. Foto: Mike WolffWeitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: Mike Wolff
08.05.2013 10:23Das 1:1-Modell der neuen Berliner U-Bahn steht derzeit im Ausbildungszentrum für die U-Bahn-Fahrer in Alt-Moabit.

Schon zuvor mussten nach Kutschers Angaben außergewöhnliche Probleme gelöst werden. Der Verein „Quartier Bayerischer Platz“, der sich seit Jahren für eine solche Begegnungsstätte im Kiez engagiert, schlug zunächst vor, die alte Toilettenanlage am Empfangsgebäude umzubauen und legte sogar ein Modell vor, das ehrenamtlich von den Architekten und Platz-Anwohnern Andrea und Wilfred van der Bel erarbeitet worden war.

Zwei Jahre suchte die BVG nach dem Eigentümer – und stellte am Ende fest, dass sie für die Toiletten in Bahnhofsnähe zuständig ist. Der Platz reichte aber nicht und so ging’s aufs Dach. Das Empfangsgebäude, das auch einen Eingang auf der Südseite erhalten wird, wächst nun von drei auf rund sieben Meter.

Kompliziert war auch die Genehmigungsfrage, da der Bahnhof ein Misch aus Bahnbauwerk und Café wird. Hier musste die BVG einige Bahnflächen erst entwidmen. Doch nun kann das künftige Schmuckstück, wie Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) sagte, kommen. Im zweiten Quartal 2014 soll es fertig sein. Das Café ist bereits verpachtet. Und in einigen Jahren soll es auch einen Aufzug geben, den die BVG auf der Straße bauen will, die dann eine Fahrspur verlieren würde. Hier geht die Diskussion wieder los.

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