Neue Galerie im Bayerischen Viertel : Kunst zwischen Fleischer und Blumenladen

Die Berliner Kuratorin Friederike Nymphius hat am Bayerischen Platz ihre "Nymphius Projekte" eröffnet - keine Galerie im klassischen Sinne.

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Kein Neuland: Neben dem Fleischer am Bayerischen Platz hat die renommierte Berliner Kuratorin Friederike von Nymphius ihre neue Galerie eröffnet.
Kein Neuland: Neben dem Fleischer am Bayerischen Platz hat die renommierte Berliner Kuratorin Friederike von Nymphius ihre neue...Foto: Tsp

Hier der Fleischer, dort der Blumenladen – und dazwischen strahlt am Bayerischen Platz nun ein heller Raum für Kunst. Was aus einem düsteren Kiosk werden kann, lässt sich nach einem halben Jahr Planung und kluger Eingriffe bestaunen. „Nymphius Projekte“ heißt die neue Adresse der Berliner Kuratorin Friederike Nymphius, die mit ihrer Familie in der Nähe lebt.

Es ist keine Galerie im klassischen Sinn, die sich über den Verkauf der Ausstellungen finanziert. Sondern einen Ort für spannende künstlerische Positionen, die von der promovierten Kunsthistorikerin eingeladen werden. Dass sie hoch professionell arbeitet, hat Friederike von Nymphius schon mit ihrem ersten Raum auf der Potsdamer Straße bewiesen. Dort gehörte sie zu den Vorreitern und war längst da, bevor die internationalen Galerien sich auf dem ehemalige Tagesspiegel-Areal ansiedelten.

Die Chance auf den freien Laden genutzt

Vier Jahre hat sie jetzt pausiert. Bis die Chance auf den freien Laden kam, den sich nicht an sich vorbeiziehen lassen konnte. Die vergangenen Wochen seien der beste Beweis dafür gewesen, wie gut die Entscheidung war, meint Friederike Nymphius. Viele der Nachbarn kamen schon in der Umbauphase vorbei, um zu gratulieren. Und sie waren wieder zur Eröffnung Samstagabend da und mischten sich zwischen die Künstler, die gekommen waren. Darunter Gregor Hildebrandt, Alicja Kwade, Gerwald Rockenschraub oder Bernhard Martin, der im Mai den Fred-Thieler-Preis für Malerei in der Berlinischen Galerie überreicht bekommt.

Und natürlich war auch der ausstellende Maler zu Gast: Thomas Wachholz, Jahrgang 1984, der hier zum ersten Mal in Berlin seine Arbeiten zeigt. „Whiteout“ heißt die Schau mit abstrakten Bildern, die erst mit schwarzer Farbe bedeckt und anschließend so lange mit Ethanol ausgewaschen werden, bis das Weiß darunter partiell wieder zu Vorschein kommt und strahlt.

Apropos Alkohol: Die Eröffnung hatte so viel Zulauf, dass die spätesten Gäste kein Bier mehr bekamen. Die behalfen sich mit der Kneipe zwei Häuser weiter und ließen dort zapfen. Kein Problem, hieß es, bloß die Gläser sollten sie bitte wiederbringen. Auch das klingt nach guter künftiger Nachbarschaft.

Nymphius Projekte, Bayerischer Platz, Di 14-18 Uhr, Fr/Sa 11-18 Uhr.

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