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    Unter Nachbarn

    Rüdiger Brock, Brock & Stephan GmbH am Bundesplatz, Bundesallee 155,  brock-stephan.com

    1963 bin ich als 20-Jähriger nach Wilmersdorf gekommen. Damals befand sich unten im Hause in der Hildegardstraße noch eine selbstbackende Bäckerei, heute ist dort eine Sozialstation, es gab noch keinen Bundesplatz-Tunnel und der S-Bahnhof hieß „Wilmersdorf“. Diesem Kiez bin ich seitdem verbunden. 1971 gründete ich mit Wolfgang Stephan am Bundesplatz, Ecke Tübinger Straße, das Einbauküchengeschäft Brock & Stephan, das inzwischen mit vier Küchenstudios berlinweit agiert. Am Bundesplatz gefällt mir, dass die Hausfassaden den alten Glanz des „Kaiserplatzes“ widerspiegeln, das Kino-Cafe und dass der Platz neu erblüht. Als Wimersdorfer gefällt mir nicht, dass das zugegeben schönere Rathaus Charlottenburg die „Oberhoheit“ über den Fehrbelliner Platz eingenommen hat – und der Mangel an Kfz-Parkmöglichkeiten um den Bundesplatz.

    Wollen Sie sich oder jemand anderen in dieser Rubrik vorstellen? Haben Sie etwas Besonderes im Bezirk entdeckt? Oder ärgert sie etwas, und Sie wollen darauf aufmerksam machen? Dann schreiben Sie mir unter  leute-c.dobberke@tagesspiegel.de. Ich melde mich bei Ihnen.

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

ein alter Streit flammt überraschend wieder auf. Das Bezirksamt will den Bau von etwa 70 Eigentumswohnungen auf den früheren Tennisplätzen hinter der Schaubühne am Lehniner Platz genehmigen  obwohl die BVV bereits gegen das Projekt gestimmt hat und Ex-Baustadtrat Marc Schulte (SPD) kurz vor dem Ende seiner Amtszeit noch eine „Versagung“ des Bauantrags plante. Die vor zehn Jahren geschlossene Tennisanlage, auf der früher viele Künstler und Prominente spielten, ist heute eine umzäunte Brache im Hof von Wohnhäusern an der Cicerostraße. Die Anlage gehört zum denkmalgeschützten „WOGA-Komplex“ des Architekten Erich Mendelsohn aus den 1920er bis 1930er Jahren. Nachbarn protestieren gegen die Pläne des Grundstückseigentümers.

Den Sinneswandel des Amts erklärt der neue Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) mit zwei Rechtsgutachten: Dem Investor könnten hohe Schadensersatzansprüche zustehen. Die Gutachten sollen aber nicht veröffentlicht werden, nur Bezirksverordnete dürfen sie einsehen. Der Stadtrat sagt, in Schultes Amtszeit habe die Baubehörde dem Investor zu oft signalisiert, dass Wohnungsbau möglich sei. Die BVV kann sich in ihrer Sitzung am 27. April erneut gegen die Bebauung stellen. Und dann? Am Ende müsste die sogenannte Bezirksaufsicht der Senatsinnenverwaltung entscheiden, wessen Beschlüsse wirksam sind.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de.

Cay Dobberkes Tipp für Sie

„Hitlers Hollywood“, so heißt der neue Dokumentarfilm des Journalisten und Filmkritikers Rüdiger Suchsland über das staatlich gelenkte Kino in der NS-Zeit. Zu einer Vorführung und einem Gespräch mit dem Regisseur lädt das wiedereröffnete Kino „Klick“ (Windscheidstraße 19 neben dem Stuttgarter Platz) für Mittwoch, 26. April, ab 18 Uhr ein. Wir verlosen zwei Mal zwei Karten. Um teilzunehmen, senden Sie bitte bis zum 24. April eine E-Mail an: verlosung@tagesspiegel.de, Stichwort: Hitlers Hollywood. Von 1933 bis 1945 waren mehr als 1000 Spielfilme in Deutschland entstanden. „Bei den wenigsten handelt es sich um offene Propaganda  aber noch weniger der im Nationalsozialismus produzierten Filme sind harmlose Unterhaltung“, sagt Suchsland. Zu den Stars gehörten beispielsweise Hans Albers, Gustaf Gründgens, Heinz Rühmann, Zarah Leander und Ilse Werner. Unser Foto zeigt Marianne Hoppe in „Auf Wiedersehn, Franziska“. klickkino.de