• Unter Nachbarn

    Im nunmehr vierten Jahr lebe ich in Berlin, einer Stadt, die auf mich eine große Anziehungskraft hat und täglich neu begeistert. Von Moabit über Prenzlauer Berg bis Friedrichshain zog es mich im letzten Jahr nach Charlottenburg und ich muss zugeben, hier fühlt man sich tatsächlich ein wenig mehr als Berliner als in den hippen Bezirken der Stadt. Der Thaipark (Preußenpark) ist ein Erlebnis, der Lietzensee hat sich als meine perfekte Joggingstrecke entpuppt. Die Wilmersdorfer Straße wiederum ist bei vielen unbekannt oder in Vergessenheit geraten, was sehr schade ist, ist sie doch eine der letzten richtigen Einkaufsstraßen Berlins und eng verbunden mit dem Kiez – so wie die Wilmersdorfer Arcaden. Das soll auch unsere neue Werbekampagne ausdrücken. Und mit unserer Kundenkarte, die wie am 11. März zum zehnten Jubiläum der Eröffnung lancieren, bedanken wir uns bei allen Kunden. Meine kulinarischen Lieblinge: ein Frühstück bei „A never ever ending lovestory“ in der Bleibtreustraße, mittags eine Pizza bei „Vadoli“ in der Kantstraße. Zum Dinner: eine Phô bei „Madame Ngo“ in der Kantstraße oder Soba-Nudel-Suppe im „Heno Heno” an der Wielandstraße. Zwischendurch: Gebäck und Kekse im japanischen Café „Kame“ in der Leibnizstraße oder Macarons bei „Makrönchen“ in der Leonhardtstraße. Abends: „Hefner“ oder „Schwarzes Café“ an der Kantstraße.

    Wollen Sie sich oder jemand anderen in dieser Rubrik vorstellen? Haben Sie etwas Besonderes im Bezirk entdeckt? Oder ärgert sie etwas, und Sie wollen darauf aufmerksam machen? Dann schreiben Sie mir unter leute-c.dobberke@tagesspiegel.de. Ich melde mich bei Ihnen.

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

Schon jetzt bemühen sich die meisten Bezirksverordneten darum, Frauen und Männer auch sprachlich gleich zu behandeln. Mal ist in BVV-Anträgen von „Bürger*innen“ die Rede, mal von „Bürgern und Bürgerinnen“. Es wurde auch schon über die Interessen „Fahrradfahrender“ beraten. Nun wollen die Grünen die Gleichstellung in der Wortwahl zur Pflicht machen: Die Fraktionsvorsitzende Petra Vandrey sowie die Vize-Fraktionschefs Christoph Wapler und Susan Drews verlangen, das Bezirksamt solle „keine Anträge oder Anfragen mehr annehmen, in denen nicht die geschlechtergerechte Sprache angewandt wird“. Die Grünen berufen sich auf die Gemeinsame Geschäftsordnung für die Berliner Verwaltung (GGO), in der es heißt: „Die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern ist zu beachten.“ Die BVV überwies den Vorstoß am Donnerstag zur Beratung in die Ausschüsse. Übrigens hat das Thema auch schon unsere Redaktion beschäftigt – mein Kollege Robert Klages schreibt seinen Leute-Newsletter für Lichtenberg bereits in geschlechtergerechter Sprache. Und hier in Charlottenburg-Wilmersdorf? Was meinen Sie, Ladies and Gentlemen? Ich freue mich über Rückmeldungen und bin gespannt auf Ihre Argumente.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de.

Cay Dobberkes Tipp für Sie

Tierischer Ost-West-Konflikt. Der erste diesjährige Tagesspiegel-Salon am Dienstag, 21. Februar, widmet sich der Geschichte der beiden Berliner Zoos. Darin spiegelt sich nämlich auch die Geschichte des geteilten Deutschlands. Als der Kalte Krieg Anfang der 1960er Jahre seinen Höhepunkt erreichte, begann ein tierisches Wettrüsten: Der West-Berliner Zoodirektor Heinz-Georg Klös (unser Foto) forderte von Bürgermeister Willy Brandt, die Elefantenpopulation aufzustocken – nur so könne man dem Ost-Berliner Tierpark Friedrichsfelde und dessen Direktor Heinrich Dathe die Stirn bieten. Es war eine Frage der Ehre. Der Journalist Jan Mohnhaupt, der lange für den Tagesspiegel über den Zoologischen Garten und den Tierpark geschrieben hat, lässt in seinem neuen Buch „Der Zoo der anderen“ diese Geschichte eindrucksvoll aufleben. Ob Brillenbär-Spende durch die Stasi, Schlagzeilen wie „Westesel gegen Ostschwein“ oder der verbale Schlagabtausch der beiden charakterstarken Direktoren – die beiden Zoos verraten mehr über das Verhältnis zwischen Ost und West als so manche Regierungserklärung. Den Tagesspiegel-Salon moderiert Annette Kögel aus der Berlin-Redaktion. Beginn ist am 21. Februar 19 Uhr im Verlag am Askanischen Platz 3 in Kreuzberg. Am Bechstein-Flügel spielt Jazzpianist Gregor Graciano. Eintritt: 18 Euro inklusive Sekt und Snack. Anmeldung unter Tel. 29021 560 oder tagesspiegel.de