• Wettstaedt_

    Unter Nachbarn

    Kerstin Ehrig-Wettstaedt, Geschäftsführerin des Ehrig GmbH Büro-Systemhauses, Sophie-Charlotten-Straße 92, ehrig.de

    Ich gehöre zu den vielen Pendlern, die täglich aus dem Umland in die City kommen. Wir sind gerne hier und die Nähe zur Autobahn ist für unsere 30 Außendienstmitarbeiter in Vertrieb und Technik sehr wichtig, damit sie bei einem Ausfall von Kopierern, Druckern oder der IT schnell beim Kunden sind. Der Stau auf der Stadtautobahn hat leider deutlich zugenommen, was mich nervt. Wir bangen dem Tag entgegen, wenn die Rudolf-Wissell-Brücke saniert werden soll. Ich hoffe auf eine durchdachte Überbrückungslösung, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Mittags bin ich rund um den Klausenerplatz unterwegs. Sobald man die beschaulichen Seitenstraßen betritt, vergisst man den Großstadtrummel. Mein Tipp für einen leckeren Mittagstisch ist Ferzelo Mediterrane Feinkost in der Danckelmannstraße 50. Hier kann man mich zweimal die Woche bei leckerer Pasta, Wraps oder Antipasti treffen. Wenn es mal ein Cappuccino sein soll, gehe ich gerne in das Röstwerk Berlin in der Seelingstraße 32. Hier wird der Kaffee noch selbst geröstet.

    Wir sind ein Charlottenburger Familienbetrieb, auch wenn wir 1947 in Hermsdorf gegründet wurden. Am 22. September feiern wir unser 70. Firmenjubiläum (ehrig.de/70jahre).

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter:  leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

immer mehr Zuzügler kommen nach Berlin und nicht zuletzt in die westliche Innenstadt, die auch Berliner anzieht, denen es in Szenebezirken zu laut und stressig wird. Aber wie geht man richtig um mit der wachsenden Stadt? Bei einer Diskussion der AG City und des Bezirksamts sagte Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne), viele Bürger fühlten sich „vom rasanten Wandel überfordert“ und hätten „Ängste vor der Zukunft“. Dabei sei die City „noch immer sehr locker bebaut“. Das mag sein, andererseits suchen Investoren weiterhin nach den letzten bebaubaren Lücken, um vor allem luxuriöse Eigentumswohnungen zu errichten.

Sind Hochhäuser das richtige Mittel zur Verdichtung? Diese Meinung vertrat der Architekt Christoph Langhof, von dem der im Frühjahr eröffnete Turm „Upper West“ am Breitscheidplatz stammt. Darin gibt es nur ein Hotel und Büros. Doch Langhof wirbt auch für den Bau eines 209 Meter hohen Wolkenkratzers auf dem Hardenbergplatz, in dem er 90 Wohnungen für möglich hält. Wenn der Platz knapp werde, müsse man eben in die Höhe gehen, meint er. Ämter und Politiker halten den Hardenbergplatz aber nicht für den richtigen Ort für seine Visionen.

Abgesehen davon sind keine konkreten Pläne für neue Hochhäuser bekannt. Das einzige aktuelle Vorhaben im Bezirk scheint gescheitert. Unternehmer Christian Pepper, bekannt als Eigentümer des Europa-Centers am Breitscheidplatz, wollte einen Turm am Ernst-Reuter-Platz bauen. Dafür hätte er das leer stehende frühere Telekom-Gebäude mit der Hausnummer 6 abgerissen. Der Bezirk und der Senat waren bereit, ihm eine Bauhöhe von 80 Metern zu erlauben. Das reicht Pepper aber nicht.. Er habe „keine Lust mehr“ auf Streit mit den Ämtern, sagen Vertraute, und plane nur noch eine Sanierung des Altbaus.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

Cay Dobberkes Tipp für Sie

Literaturtage am Rüdesheimer Platz. Vor zwei Jahren eröffnete Ron Mertiny an der Rüdesheimer Straße 2 die Buchhandlung „Mertiny & Sohn“ und sagt heute: „Die Begeisterung, die mir hier entgegengebracht wird, war nicht vorauszuahnen.“ Anfang 2016 begann der Familienbetrieb damit, Veranstaltungen zu organisieren. Nun lädt Mertiny zu drei Literaturtagen ein gemeinsam mit der Lindenkirche an der Homburger Straße 48 und dem Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaft (IBZ) an der Wiesbadener Straße 18. Es gibt Lesungen und Gesprächsrunden unter der Moderation von Thomas Böhm (Radio Eins, „Die Literaturagenten“). „ZEIT“-Autorin Susanne Mayer stellt ihr Buch „Die Kunst, stilvoll älter zu werden“ vor (Freitag, 15. September, ab 20 Uhr in der Buchhandlung, Eintritt: 9 Euro). Kinderbuchautorin Sabine Ludwig liest aus ihren „Miss Braitwhistle“-Büchern (Sonnabend ab 15 Uhr im IBZ, Eintritt: 5 Euro). Adriana Altaras liest aus ihrem Roman „Das Meer und ich waren im besten Alter“ und aus der Neapolitanischen Saga (Sonntag ab 15.30 Uhr in der Lindenkirche, Eintritt: 9 Euro).  Volker Kutscher spricht danach ab 18 Uhr in der Kirche über seine Krimiserie um Kommissar Gereon Rath, die im Berlin der 1920er bis 1930er Jahre spielt (Eintritt: 12 Euro). buchhandlung-mertiny.de, facebook.com/litruedi