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    Unter Nachbarn

    Judith Siller, Leiterin des Weltladens „A Janela“, Emser Straße 45, www.ajanela.de

    Ich arbeite seit 1999 im Weltladen A Janela. Dieser ist ein Geschäft für Fairen Handel mit einem breiten Sortiment von Lebensmitteln wie Kaffee, Schokolade, Tee, Trockenfrüchte und Kunsthandwerk wie Ledertaschen, Schmuck, Spielwaren, Körbe, Grußkarten. Zurzeit haben wir auch viele schöne und originelle Osterartikel. Die Produzent*innen in den Ländern des Südens erhalten im Fairen Handel einen Lohn, von dem sie ihr Leben würdig gestalten können und haben die Sicherheit fester, langfristiger Lieferverträge. Die Ladenarbeit bei uns wird seit den mehr als 17 Jahren des Bestehens ehrenamtlich geleistet, bei einer Wochenöffnungszeit von 50 Stunden. Eine große bürgerschaftliche Leistung! Es ist nicht nur das Engagement für die Länder des Südens, das uns begeistert. Der schöne, professionelle Laden, das nette Kollegium und oft auch das Entdecken ganz neuer, eigener Fähigkeiten machen die Ladenmitarbeit für jede*n von uns zum persönlichen Gewinn. Natürlich verlassen uns Kolleg*innen von Zeit zu Zeit. Deshalb brauchen wir auch immer wieder neue Leute und freuen uns über viele Anfragen!

    Wollen Sie sich oder jemand anderen in dieser Rubrik vorstellen? Haben Sie etwas Besonderes im Bezirk entdeckt? Oder ärgert sie etwas, und Sie wollen darauf aufmerksam machen? Dann schreiben Sie mir unter  leute-c.dobberke@tagesspiegel.de. Ich melde mich bei Ihnen.

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

auf das 68. Berliner Einkaufszentrum hat wohl niemand sehnsüchtig gewartet. Trotzdem planten Centerspezialist Harald Huth und die Karstadt-Eigentümerfirma Signa um René Benko seit mehr als zweieinhalb Jahren die „Mall of Ku’damm“ auf und neben dem Gelände von Karstadt am Kurfürstendamm. Jetzt aber ist Huth laut Bezirks-Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) „raus aus dem Projekt“. Der Unternehmer ließ eine Nachfrage unbeantwortet. Signa spricht von einer „möglichen Optimierung“ des Konzepts. Schruoffeneger sagt, er halte nichts von den Centerplänen und habe Signa eine Mischnutzung mit verschiedenem Gewerbe, Büros und Läden vorgeschlagen. Dem Vernehmen nach gab es Meinungsverschiedenheiten unter den Investoren. Huth plante sechs Verkaufsetagen, doch seine Geschäftspartner bezweifelten, dass genug Kunden in die oberen Stockwerke kommen würden. Wann und wie es weitergeht, ist unklar. Im Karstadt-Warenhaus, das zu einem Teil der Mall werden sollte, bleibt erst einmal alles beim Alten.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

Cay Dobberkes Tipp für Sie

Was die Kantstraße besonders macht. Die rund zwei Kilometer lange Kantstraße sei dabei, „aus dem Schatten des parallel verlaufenden Kurfürstendamms herauszutreten“, aber auch früher „nie nur irgendeine Straße“ in Charlottenburg gewesen, findet Birgit Jochens. Sie muss es wissen, schließlich leitete die Historikerin lange das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf. Nun hat Jochens das Buch „Die Kantstraße. Vom preußischen Charlottenburg zur Berliner City West“ geschrieben (Verlag für Berlin-Brandenburg, 168 Seiten, 166 Abbildungen, 26 Euro). Wir verlosen zwei Exemplare unter allen Lesern, die bis zum 27. März eine E-Mail schreiben an: verlosung@tagesspiegel.de, Stichwort: „Kantstraße“. Das Buch zeigt unter anderem die Geschichte des Künstlerviertels mit dem Theater des Westens, der Vaganten Bühne und einigen anderen Spielstätten, die nicht mehr existieren. Auch viele Schriftsteller, Musiker, Maler, Bildhauer und Schauspieler wohnten an der Kantstraße – bevorzugt rund um den Savignyplatz. Jochens beschreibt auch die „Welle von Migration“ in den 1920er Jahren. Damals flohen beispielsweise viele Russen vor der Revolution in ihrer Heimat nach Charlottenburg, was dem Stadtteil den Spitznamen „Charlottengrad“ eintrug. Zu den weiteren Themen gehören die Nazizeit, als Widerstandskämpferinnen und andere politisch verfolgte Frauen im alten Gerichtsgefängnis inhaftiert wurden, sowie der Niedergang der Straße in den 1980er Jahren, als diese von Im- und Export-Läden geprägt war.  Doch es folgte ein Aufschwung, zu dem maßgeblich das 1999 eröffnete Designcenter Stilwerk beitrug. Weitere Einrichtungsgeschäfte kamen hinzu, seit 2010 laden sie jährlich zur „Designmeile“mit vielen Veranstaltungen ein.
verlagberlinbrandenburg.de