• ChaWi_Tergit

    Unter Nachbarn

    Gabriele Tergit, Journalistin und Schriftstellerin (1894 bis 1982).

    Ihr bekanntestes Werk war der 1931 erschienene Roman „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ über den Aufstieg und Fall des Volkssängers Georg Käsebier. Vor allem war Gabriele Tergit aber Gerichtsreporterin und Feuilletonistin beim „Berliner Tageblatt“ und anderen Zeitungen. Eigentlich hieß sie Elise Reifenberg (geborene Hirschmann), Gabriele Tergit war ihr Künstlername. Die Berlin-Chronistin stammte aus einer jüdischen Familie, floh 1933 vor den Nazis nach Prag und später nach Palästina, wo schon ihr Mann im Exil lebte. Ab 1938 wohnte Tergit in London. Die „Gabriele-Tergit-Promenade“ am Potsdamer Platz in Tiergarten erinnert an sie. Nun hat die Moses Mendelssohn Stiftung auch ein neues Hotel an der Fasanen-, Ecke Hardenbergstraße nach ihr benannt. Zur Stiftung gehört die GBI AG, die „SMARTments business-Hotels“ betreibt. An der Fasanenstraße gibt es 35 „Serviced Apartments“ für Geschäftsreisende und Touristen, die länger in Berlin bleiben. In einem Salon mit einer Büste der Namensgeberin sind Vorträge, Lesungen und Diskussionen geplant. Übrigens hat der Verlag Schöffling & Co. eine Neuauflage des „Käsebier“-Buches herausgebracht.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

noch immer läuft der Streit um die Wohnungsbaupläne des Investors Shore Capital auf den früheren „Tennisplätzen am Ku’damm“ in einem Hof an der Cicerostraße, wo einst auch viele Künstler und andere Prominente spielten. Die heute verwilderte und eingezäunte Brache gehört zum denkmalgeschützten „Woga-Komplex“ des Architekten Erich Mendelsohn mit der heutigen Schaubühne am Lehniner Platz. In der BVV lehnten CDU, SPD, Grüne und Linke das Projekt mit 70 Eigentumswohnungen am Donnerstag zum zweiten Mal ab indem sie stattdessen für den Bau einer Kindertagesstätte stimmten. In der Gegend fehlten 180 Kitaplätze, hieß es. Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) wird den Willen der BVV nun wohl doch umsetzen. Erst vor wenigen Tagen hatte er dagegen aus Sorge vor Schadensersatzansprüchen des Investors angekündigt, den Wohnungsbau zu genehmigen. Unter seinem Amtsvorgänger Marc Schulte (SPD) soll das Stadtplanungsamt der Firma suggeriert haben, ihr Projekt sei machbar.  Die BVV will in einem Untersuchungsausschuss klären, wie es dazu kam. Jetzt stellt sich auch die Frage, ob der ausgebremste Bauherr gegen den Bezirk klagen wird.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

Cay Dobberkes Tipp für Sie

Mozart-Abende im Schloss. Das Berliner Residenzorchester ist bekannt für anspruchsvolle Klassik-Konzerte im Schloss Charlottenburg, oft tragen die Musiker dabei Kostüme nach historischem Vorbild. Für ein Konzert der neuen Reihe „Mozart pur – Der geniale Wahnsinn“ am Pfingsmontag, 5. Juni, um 20 Uhr verlosen wir drei Mal zwei Freikarten. Um mitzumachen, senden Sie bitte bis zum 23. Mai eine E-Mail an verlosung@tagesspiegel.de, Stichwort: „Mozart pur“. Spielort ist die Orangerie (unser Foto stammt dagegen aus dem Weißen Saal, wo die Premiere stattfand). Konzertmeister Vladi Corda hat Mozart-Kompositionen aus „Die Hochzeit des Figaro“, „Don Giovanni“, „Cosi Fan Tutte“ und „Die Zauberflöte“ ausgewählt. Karten sind ab 29 Euro erhältlich. Gegen Aufpreise gibt es vorab ein 3-Gänge-Menü, Schlossführungen und eine Fahrt mit einem Ausflugsschiff. residenzkonzerte.berlin