• Minakami

    Unter Nachbarn

    Hoai Nam Ngo, Restaurant „Minakami“, Kantstraße 50, minakami-jfk.de

    Ich kam 1990 aus Saigon zum Studium nach Berlin und bin dann in der Gastronomie gelandet, zunächst mit meinem vietnamesischen Restaurant Lang Nuong in Wilmersdorf und seit vier Jahren mit dem Minakami an der Kantstraße. Die Liebe zum Kochen und Essen habe ich von meiner Mutter geerbt – und den hohen Qualitätsanspruch. Wir bieten eine kreative, moderne japanische Küche – und ganz neu mittags je fünf Gerichte. Ich mag unsere Mischung von Sushi über kleine Tapas bis hin zu deftigen Grillgerichten. Ich liebe gute Weine, Grauburgunder oder Riesling. Ich will meine Gäste immer wieder überraschen.

    Meine zweite Leidenschaft sind der Jazz und Hifi-Anlagen: Ich lege die Platten auch selber auf, vor allem Eric Burton, Freddie Hubbard, Donald Burt, Art Blakey oder Cal Tjader. Die Musik kommt bei mir aus einer einzigartigen Anlage mit Vintage-Plattenspielern und eigens für mich gebauten Lautsprechern des Berliner Hifi-Spezialisten Klaus Schulze. Einmal monatlich veranstalte ich im Minakami ein Livekonzert – das nächste am 29. Juni.

    Im Kiez der Kantstraße gefallen mir die vielen asiatischen Restaurants und einzigartigen Fachgeschäfte und das bunte Treiben. Hier fühle ich mich zuhause. Die Straße hat sich unglaublich entwickelt, aber ihre spannende Mischung behalten. Zur Erholung gehe ich gerne in die historische Henny Porten Villa an der Kurfürstenstraße. In der „Lebensstern“-Bar (lebens-stern.de) über dem Café Einstein tauche ich in die Welt der 20er Jahre ein und entdecke bei 600 Sorten Rum immer etwas Neues.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter:  leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

was tut sich eigentlich auf der Dauerbaustelle in der Hardenbergstraße? Seit nunmehr drei Jahren saniert die BVG dort die U-Bahn-Tunnel und wollte damit ursprünglich im Oktober 2016 fertig werden. Aber im Bereich zwischen dem Steinplatz und der Fasanenstraße prägen noch immer Absperrungen und Baugruben das Bild. Die Verkehrsbetriebe begründen die Verzögerung mit Asbest, das unter der Fahrbahn entdeckt wurde, und unerwartet großen Schäden an den 110 Jahren alten Tunneln. Man habe „ganze Deckenfelder nicht nur neu abdichten, sondern komplett erneuern müssen“, heißt es.

Im aktuellen Bauabschnitt sollen die Arbeiten im Herbst enden. Danach kommen die letzten paar Meter zwischen der Jebensstraße und dem Bahnhof Zoo an die Reihe, wo aber noch andere Straßenbauarbeiten laufen. Erst nach deren Abschluss könne man loslegen, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz und erwartet, dass die Tunnelsanierung an dieser Stelle bis Ende 2018 dauern wird. Die Arbeiten nerven Autofahrer, aber auch Fußgänger, die sich ihren Weg durch Bauzäune bahnen müssen, und die Radfahrer, weil es derzeit keine Busspuren gibt. Um sich nicht zwischen Autos, Busse und Lkw zwängen zu müssen, weichen so gut wie alle Radler auf die Gehwege aus. Das ist zwar nicht legal, aber verständlich.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

Unser Tipp für Sie

Persische Imbiss-Köstlichkeiten an der Kantstraße. Irans Küche ist in Deutschland eher ein Geheimtipp. Doch das „Karun“ hat schon expandiert. Das Stammhaus befindet sich in der Pestalozzistraße. An der Kantstraße 36, in Berlins veritabler Chinatown, liegt das zweite Imbisslokal. Auf der Speisekarte stehen arabische Klassiker wie Schawarma oder Falafel im Brot (je vier Euro), ideal zum Mitnehmen. Für die persischen Spezialitäten setzt man sich besser. Als Appetithappen gibt es einen kleinen Teller mit Hummus, pürierten Kichererbsen, und warmem Fladenbrot. Die Hauptspeise Sereschk folgt auf einem üppig gefüllten Teller: Reis mit Berberitzen und Mandeln, gekochtes Hähnchen mit Kurkuma und ein kleiner Salat. Die Kombination aus Süßem und Saurem ist typisch persisch. Alternativ gibt’s den Reis mit Sauerkirschen, Linsen oder mit Dill und Bohnen. Alles macht einen frischen Eindruck, schmeckt und kostet bloß acht Euro. Ebenfalls empfehlenswert: Gheyme, der iranische Eintopf schlechthin, mit gelben Linsen, getrockneter Limone und frittierten Kartoffeln (neun Euro).

Dieser Tipp stammt aus der Gastrokritik von Tagesspiegel-Autor Björn Rosen. tagesspiegel.de