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    Nachbarschaft

    Günter Adam, ehemaliger Maßschneider in der Meinekestraße

    51 Jahre lang fertigte Schneidermeister Günter Adam seine Maßanzüge im „Atelier Adam“ an der Meinekestraße. Erst im Alter von 81 Jahren schloss er den Laden im Mai 2016. Zur Kundschaft gehörten viele Prominente darunter die Sänger Max Raabe und Udo Lindenberg, der Bariton Thomas Quasthoff, der Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach, die Journalistin Nina Ruge sowie die Schauspieler Mario Adorf, Meret Becker, Bruno Ganz, Harvey Keitel, Günter Pfitzmann und Wolfgang Völz. Jetzt erinnert sich Adam in einem Brief an den Tagesspiegel an die Zeit nach seiner Ladeneröffnung im Jahr 1965, als der „Ku’damm noch Kurfürstendamm hieß“. Damals „waren es der Drugstore, Old Vienna, das Kopenhagen, Ricci und Heinz Holl, die das alte West-Berlin anzogen“. Zu den „Institutionen“ gehörten auch die Ku’damm-Bühnen, das italienische Restaurant Ciao Ciao von Franco Francucci oder das böhmische Lokal Zlata Praha in der Meinekestraße mit Gästen wie Vico Torriani, Bernhard Minetti und Helmut Kohl. Adams ganzen Text finden Sie unter tagesspiegel.de. Foto: Thilo Rückeis

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von Cay Dobberke tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Charlottenburg-Wilmersdorf,

nach dem Bericht meines Kollegen Markus Hesselmann über dauerparkende Firmenwagen, die Parkplätze und Fahrradstreifen blockieren, haben sich reihenweise Leser mit neuen Beschwerden über solche Fälle gemeldet. So kritisiert Angelika Mölders das Unternehmen Strabag, weil es viele seiner Fahrzeuge nicht auf dem Firmengelände an der Dernburgstraße abstelle, sondern „Tag und Nacht“ einige der raren Parkplätze im Kiez am Lietzensee beanspruche.

Über den ständigen Anblick schwerer Lastwagen des Pflanzencenters „Der Holländer“ am Rande der Trakehner Allee nahe dem Olympiastadion ärgert sich Rainer Boldt: Die verengte Fahrbahn gefährde besonders Radfahrer. Dasselbe gelte für die Olympische Straße, wo immer mehr Lkw-Fahrschulen ihre Busse und Lkw mit Anhängern parkten. Öffentlicher Straßenraum werde „zunehmend von Unternehmen genutzt, die sich die Abstellanlagen auf eigenem Gelände ersparen“.

Auch auf der Konstanzer Straße im Abschnitt zwischen der Westfälischen Straße und dem Hohenzollerndamm werden immer öfter Lkw-Anhänger abgestellt. Selbst Abschleppwagen stünden dort herum, schrieb uns Hartmut Opitz. Eine Kontrolle des Ordnungsamts habe er nie erlebt, vermutlich, weil der Bereich knapp jenseits der Parkgebührenzone liege.

Ausgangspunkt unserer Meldung war der mit Werbung versehene Anhänger einer Bettenfirma, der sich in der Rheinbabenallee am Roseneck bis auf die Radspur ausbreitet. Soeben hat Ordnungsstadtrat Arne Herz (CDU) reagiert und die Genehmigung der „Ladezone“ widerrufen, weil es offensichtlich gar keine Be- oder Entladungen gibt. Noch hat die Firma ihren Anhänger aber nicht entfernt. Unterdessen wird auch eine Vorgeschichte bekannt: Schon seit Jahren stand der Anhänger jeweils monatelang an der Clayallee / Ecke Pücklerstraße, wie die Anwohner Daniel Schneider und Vera Ulrich beobachtet haben.

Ein weiteres Dauerärgernis an der Clayallee ist der illegale Autohandel. Seit vielen Jahren stehen Wagen mit Verkaufsschildern am Straßenrand. Schneider forderte vom Bezirksamt eine Halteverbotszone. An der zugeparkten, unübersichtlichen Kreuzung zur Pücklerstraße habe es schon viele Unfälle gegeben. Stadtrat Herz antwortete jedoch, er sehe keine erhebliche Gefahr. Verkehrsteilnehmer seien zur Vorsicht verpflichtet. Im Frühjahr 2017 klagte Schneider, der früher selbst Richter war, vor dem Verwaltungsgericht. Ein Verhandlungstermin steht noch aus. Wegen des laufenden Rechtsstreits will Stadtrat Herz derzeit nichts zum Thema sagen.

Ein Parkplatzchaos herrscht beispielsweise auch in der Damaschkestraße. Anwohner wie Rebecca Rashid müssen viele Hupkonzerte ertragen. Denn die Fahrer ordnungsgemäß abgesteller Autos kommen oft nicht aus den Parkbuchten heraus, weil Wagen in der zweiten Spur den Weg versperren.

Markus Hesselmann hat zum Ärger um die Firmenwagen auch einen Kommentar geschrieben, den Sie hier online im Tagesspiegel lesen können. Unternehmen, die ihren Fuhrpark an Straßen abstellen, womöglich noch zu Werbezwecken, „missachten den öffentlichen Raum“, findet mein Kollege, der unsere Newsletter-Redaktion leitet. Die Bezirksämter sollten Bürgerbeschwerden ernst nehmen und besser kommunizieren.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

Cay Dobberkes Tipp für Sie

Internationaler Streetfood im Bikini-Haus. Eigentlich gehört es ja zum Wesen des Streetfoods, dass die Imbiss-Stände keine dauerhafte Adresse haben. Aber in der Einkaufspassage „Bikini Berlin“ am Zoo hat Centermanagerin Antje Leinemann das „Kantini“ in der ersten Etage eröffnet  einen 1800 Quadratmeter großen Foodmarkt mit 13 festen Anbietern. Zwei Pop-Up-Stores werden jeweils für sechs Monate vermietet und sollen für Abwechslung sorgen.

Mit das Beste ist der Panorama-Blick auf die Vogelvolieren im Zoo. Möglich macht dies eine 18 Meter lange und drei Meter hohe Fensterfront, die bei gutem Wetter geöffnet werden kann. Das große kulinarische Spektrum reicht von Currywürsten über israelische, italienische, koreanische und mexikanische Spezialitäten bis zum Start-Up „Frai“, bei dem Kunden die Zutaten der Gerichte selbst auswählen können. Geöffnet ist täglich außer Sonntag von 10 bis 20 Uhr. tagesspiegel.de