Bahnhofsmission am Zoo dankt Bürgern : „Liebe Berliner, ich finde euch geil!“

In der Bahnhofsmission Berlin Zoologischer Garten wurden die Lebensmittel knapp. Doch engagierte Bürger halfen blitzschnell aus.

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Die Küche füllt sich wieder. Jürgen Küpper, ehrenamtlicher Helfer der Bahnhofsmission (li.), und Leiter Dieter Puhl räumten am Mittwoch gespendete Lebensmittel ein.
Die Küche füllt sich wieder. Jürgen Küpper, ehrenamtlicher Helfer der Bahnhofsmission (li.), und Leiter Dieter Puhl räumten am...Foto: Cay Dobberke

Viele Berliner unterstützen spontan die Bahnhofsmission am Zoo, die zur evangelischen Berliner Stadtmission gehört: Leiter Dieter Puhl erlebt eine enorme Spendenbereitschaft nach seinem Hilferuf vom Dienstag, als wegen einer Fehleinschätzung fast kein Essen für Obdachlose und andere Bedürftige mehr da war. Nun bringen Bürger fast pausenlos Lebensmittel, und viele spenden Geld.

Bereits am Dienstagabend fuhr laut Puhl zum Beispiel eine über 70-jährige Frau mit ihrem Wagen vor, gab Einkäufe im Wert von 100 Euro ab und spendete weitere 100 Euro. Wegen des Sperrungen zum Staatsbesuch des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu sei die Seniorin „eine Stunde um den Zoo gekurvt“, bis freundliche Polizisten ihr ausnahmsweise die Durchfahrt erlaubt hätten.

Spenden kamen unter anderem auch von einer Liechtensteiner Stiftung, die öfters Geld für die Bahnhofsmission gibt, von zwei Radiosendern und aus dem Shoppingcenter Wilmersdorfer Arcaden.

„Liebe Berliner, ich finde euch geil – wenn’s drauf ankommt, seid ihr da!“, schwärmt Puhl, der aus Schleswig-Holstein stammt, sich seit vielen Jahren um Berliner Obdachlose kümmert und die Bahnhofsmission seit 2009 leitet.

Der Bedarf wurde unterschätzt

An sich erhalten die Helfer ihre Lebensmittel gratis vom Verein „Berliner Tafel“, der Reste in Hotels und Restaurants sammelt.

Mit Bürgersinn für Bedürftige. Ein Rechtsanwalt aus Lichterfelde gehörte zu den zahlreichen Berlinern, die Lebensmittel spendeten.
Mit Bürgersinn für Bedürftige. Ein Rechtsanwalt aus Lichterfelde gehörte zu den zahlreichen Berlinern, die Lebensmittel spendeten.Foto: Cay Dobberke

Weil es oft „Überschüsse“ gab, begnügte sich die Bahnhofsmission zuletzt mit zwei Lieferungen pro Woche – unterschätzte aber den Bedarf bei täglich rund 600 Verköstigungen. „Als ich den Kühlschrank aufmachte, war er fast leer“, erinnert sich Puhl. Ab Montag will die „Tafel“ wieder jeden Tag liefern.

„Bis zum Wochenende brauchen wir noch Obst, Konserven aller Art und haltbare, eingepackte Kuchen“, sagt Dieter Puhl.

Bahnhofsmission Berlin Zoo, Jebensstraße 5 in Charlottenburg, Telefon (030) 313 80 88.

Spendenkonto: Berliner Stadtmission. IBAN: DE24 1002 0500 0003 1819 07, BIC: BFSWDE33BER, Bank für Sozialwirtschaft, Verwendungszweck: Bahnhofsmission.

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