Berlin-Charlottenburg : Am Bikini-Haus öffnet wieder ein Club

Früher war das Bikini-Haus am Zoo bekannt für die Disko „Linientreu“. Nun ist im Nachbargebäude ein neuer Club geplant – allerdings mit anderem Konzept.

Cay Dobberke
Neue Beats im „Bikini Berlin“. Das Center am Zoo hat den Anspruch, anders zu sein. Nun ist auch ein Club geplant.
Neue Beats im „Bikini Berlin“. Das Center am Zoo hat den Anspruch, anders zu sein. Nun ist auch ein Club geplant.Foto: Cay Dobberke

Die einstige Disko „Linientreu“ sei nicht das Vorbild, stellt Behnam Mashoufi klar, wenn man ihn nach seinem geplanten Club am Zoo fragt. Statt New-Wave-Musik der 1980er Jahre, die früher zum Sound im Bikini-Haus gehörte, denken Mashoufi und drei Geschäftspartner an „Black Music“ wie Funk und Soul oder an Rhythm & Blues. Das Ziel ist „urbanes Feiern“, auch mit kleinen Konzerten und anderen Veranstaltungen.

Bis zur Eröffnung wird es wohl noch rund ein Jahr dauern. Der Disko-Keller steht nicht mehr zur Verfügung. Denn in der heutigen Einkaufspassage „Bikini Berlin“ nutzt der Berliner Lautsprecherhersteller Teufel einen Teil davon, um seine Boxen vorzuführen. Der neue Club zieht nebenan ins Gebäude des Hotels 25hours. Rechts neben dessen Eingang stehen noch Räume leer.

Vorbild ist die „Tube Station“ an der Friedrichstraße

Zwei der künftigen Clubbetreiber, Stephan und Valentin Gerhard, gründeten die „Tube Station“ im Quartier 110 an der Friedrichstraße in Mitte. Dort arbeiten sie mit Mashoufi und seinem Kollegen Babak Tajbakhsh zusammen. Also dürfte in Charlottenburg etwas Ähnliches entstehen.

Zwischen dem Eingang zum Hotel „25hours“ (links) und dem Restaurant „L'Osteria“ ist noch Platz für den Club.
Zwischen dem Eingang zum Hotel „25hours“ (links) und dem Restaurant „L'Osteria“ ist noch Platz für den Club.Foto: Cay Dobberke

Ins Linientreu kamen Depeche Mode und David Bowie

Das Linientreu hatte manchmal prominente Gäste wie David Bowie, Nick Cave oder Mitglieder von Depeche Mode. In den 1980er Jahren war es unter Nachtschwärmern fast so legendär wie der „Dschungel“ in der Nürnberger Straße. In den Neunzigern prägte Techno den Sound. Danach wurde es ruhiger um die Disko, in der es dann noch Depeche-Mode-Revival-Partys gab. Im Jahr 2008 war Schluss wegen der Neugestaltung des Bikini-Hauses.

Heute gibt es in Charlottenburg nur noch wenige Clubs. Der wahrscheinlich bekannteste ist die „Puro Sky Lounge“ im Hochhaus des Europa-Centers. Nach der deutschen Einheit verlagerte sich die Szene gen Osten. Wegen der hohen Mieten rund um den Ku'damm wird sich daran nicht mehr viel ändern. Andererseits zeigt der Erfolg der „Monkey Bar“ und des mediterranen Restaurants „Neni“ im selben Haus, dass neue Treffpunkte gute Chancen in der City West haben.

Revival-Party in Tempelhof

Die Linientreu-Atmosphäre soll andernorts für einen Abend zurückkehren: Am 3. Dezember lädt der „Silver Wings“-Club im Flughafen Tempelhof zur „Linientreu Revival Party“ ein.

Auch „Spreegold“ zieht ins Bikini-Haus

Das Projekt „Bikini Berlin“ leitet neuerdings die frühere Karstadt-Managerin Antje Leinemann. Sie nannte weitere künftige Mieter. Im April 2017 soll ein Restaurant von „Spreegold“ eröffnen. Die Firma wuchs an zwei Standorten in Prenzlauer Berg, später kam ein Coffeeshop am Rande des Alexanderplatzes hinzu. Beim Sprung in den Berliner Westen ist man mutig: „Spreegold“ übernimmt alle drei Etagen des pleite gegangenen Vorgängers „The Eats“ und dessen Dachterrasse.

Ab dem Winter 2017/18 planen „Bikini Berlin“-Chefín Antje Leinemann und die Eigentümerfirma Bayerische Hausbau einen „Foodmarket“ mit regionalen Anbietern auf 1800 Quadratmetern Fläche.

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