Berlin-Charlottenburg : Französisches Restaurant Heising muss doch nicht schließen

Das hoch gelobte französische Restaurant Heising in der Rankestraße hat eine lange Tradition. Fast hätte es schließen müssen – nun aber lenkt der Vermieter ein.

von
Ihr Restaurant bleibt. Bernhard, Franziska und Edelgard Heising (v.l.n.r.)
Ihr Restaurant bleibt. Bernhard, Franziska und Edelgard Heising (v.l.n.r.)Foto: Cay Dobberke

Nach 36 Jahren schien am Freitag das Aus für Edelgard und Bernhard Heising in ihrem französischen Restaurant „Heising“ an der Rankestraße gekommen: Der Vermieter Becker & Kries hatte gekündigt und eine Räumungsfrist gesetzt. Doch als Edelgard Heising die Tür wie üblich um 19 Uhr öffnete, war sie bester Laune. Denn im letzten Moment hatte Becker & Kries die Wirte am selben Tag zum Gespräch über einen neuen Vertrag empfangen.

Die Gründer bedienen ihre Gäste noch immer

Im Restaurant nahe dem Kurfürstendamm servieren die 74-jährige Edelgard Heising und ihr 82-jähriger Mann bis heute selbst, inzwischen unterstützt von ihrer 38-jährigen Tochter Franziska, die den Betrieb später übernehmen will. Die Wirte stammen aus Berlin, die Köche aus Frankreich. Die Eheleute hatten sich auf Reisen für Frankreichs Küche begeistert und 1979 die „gute Stube in Berlin“ eröffnet, obwohl sie keine gelernten Gastronomen sind. Fast 600 Nutzer des Reiseportals Tripadvisor haben Heising zum besten deutschen Dinner-Restaurant gewählt.

Retro-Charme prägt das 1979 eröffnete Restaurant an der Rankestraße 32.
Retro-Charme prägt das 1979 eröffnete Restaurant an der Rankestraße 32.Foto: Cay Dobberke

Eingerichtet wie in alten Zeiten

Eine Besonderheit ist auch das Ambiente eines Gründerzeitsalons mit Holzvertäfelungen, Kamin und Kachelofen, Kerzen, Rosensträußen und KPM-Porzellan. Ein Drei-Gänge-Menü kostet 46 Euro. Plätze im kleinen Raum müssen in der Regel reserviert werden. Der Aufschwung der City West mache sich positiv bemerkbar, heißt es.

Vor vier Jahren gab es Mietschulden

Doch 2011 lief es schlechter, Mietrückstände führten zur Kündigung. Obwohl die Schulden 2012 beglichen wurden, kam es zum Rechtsstreit. Zuletzt unterlagen die Wirte vor zwei Wochen vor dem Bundesgerichtshof. Erstmals gingen sie nun an die Öffentlichkeit und wollten Unterschriften sammeln.

Das löste anscheinend ein Umdenken beim Vermieter aus, wo am Wochenende niemand erreichbar war. Details des neuen Vertrags stehen noch nicht fest. Doch Familie Heising ist sich sicher, dass alles wieder gut wird.

Der Artikel erscheint auf dem Ku'damm-Blog, dem Online-Magazin für die westliche Innenstadt.

4 Kommentare

Neuester Kommentar