Berlin-Charlottenburg : Gestalten Verlag schließt Laden im Bikini-Haus

Der Berliner Gestalten Verlag ist insolvent und hat sein Geschäft im „Bikini Berlin“ am Zoo aufgegeben. Der Geschäftsführer beklagt die „mangelnde Kundenfrequenz“.

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Im „Gestalten Space“ gab es mehr als Bücher. Doch nun ist das Geschäft im Bikini-Haus geschlossen.
Im „Gestalten Space“ gab es mehr als Bücher. Doch nun ist das Geschäft im Bikini-Haus geschlossen.Foto: Cay Dobberke

Außer freitags und sonnabends ist wenig los in der Charlottenburger Einkaufspassage „Bikini Berlin“ am Zoo. Allerdings argumentiert der Eigentümer Bayerische Hausbau stets, das Center benötige wegen seines besonderen Konzepts eine längere Anlaufphase. Unter dem Motto „Shop different“ („Anders einkaufen“) verkaufen viele Designerläden und nur wenige Filialisten seit dem Frühjahr 2014 im modernisierten Bikini-Haus. Viele Händler seien zufrieden, heißt es vom Vermieter.

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Shoppen im Bikini Berlin und bei Uniqlo
Shoppen im Bikini Berlin und bei Uniqlo

Der Gestalten Verlag gehört nicht dazu. Soeben hat das Berliner Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt und seinen Laden „Gestalten Space“ in der zweiten Etage geschlossen. „Die mangelnde Kundenfrequenz des Einkaufscenters Bikini Berlin ist auch im Gestalten Space spürbar gewesen“, sagt Geschäftsführer Robert Klatte. Er will sich „auf das Kerngeschäft“ des Buchverlags konzentrieren. Die Löhne und Gehälter der rund 80 Mitarbeiter seien für die nächsten drei Monate gesichert.

Der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Charlottenburg sieht eine Eigenverwaltung vor. Damit gibt es keinen Insolvenzverwalter. Welche Probleme außer dem schlechten Umsatz im Bikini Berlin bestehen, teilte der Verlag nicht mit. In dem 350 Quadratmeter großen Laden gab es Bücher, Designobjekte und Kunsthandwerk.

Eine Reihe von Läden steht leer

Es ist nicht die erste Geschäftsaufgabe in dem Einkaufszentrum. Mehrere Läden in der ersten Etage stehen leer. Im Dachgeschoss öffnen nur noch fünf Geschäfte. Bereits im Frühjahr 2015 hatte das Restaurant „The Eats“ geschlossen, das Räume in drei Etagen nutzte. In die Flächen im Erdgeschoss zog dann das Restaurant BagYard.

Ein Kundenansturm sieht anders aus. Das Center „Bikini Berlin“ am Donnerstagnachmittag.
Ein Kundenansturm sieht anders aus. Das Center „Bikini Berlin“ am Donnerstagnachmittag.Foto: Cay Dobberke

Sonntagsverkauf und Fashion-Nacht

Am kommenden Sonntag beteiligt sich „Bikini Berlin“ von 13 bis 18 Uhr am stadtweiten verkaufsoffenen Sonntag anlässlich der Internationalen Funkausstellung. Außerdem gibt es am 8. September eine „Vogue Fashion's Night Out“, bei der die Läden bis Mitternacht öffnen. Angekündigt wird ein „glamouröser Night Circus“. So können Besucher dem Modefotografen Joachim Baldauf bei seiner Arbeit zusehen, er will auch Gewinner eines Preisausschreibens in Szene setzen.

„Bikini Berlin“ ist mehr als nur das Center

Zum Projekt „Bikini Berlin“ gehören außerdem das wiedereröffnete Kino Zoo-Palast, das weiße Hutmacher-Hochhaus am Hardenbergplatz und das Hotel 25hours in einem früheren Bürobau neben dem Elefantentor des Zoos. Im zehnten Stock des Hotels haben sich das Restaurant Neni und die Monkey Bar zu Szenetipps entwickelt.

Licht und Schatten. Im „Bikini Berlin“ läuft nicht alles rund.
Licht und Schatten. Im „Bikini Berlin“ läuft nicht alles rund.Foto: Cay Dobberke

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