Berlin-Charlottenburg : Harfe im Hausflur

Im stuckverzierten Treppenhaus eines Altbaus an der Marburger Straße spielt die Harfenistin Simonetta Ginelli. Die Idee stammt von kulturbegeisterten Bürovermietern.

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Crossover-Musik auf der Harfe ist die Spezialität von Simonetta Ginelli, der „Hauptstadtharfe“. Foto: promo
Crossover-Musik auf der Harfe ist die Spezialität von Simonetta Ginelli, der „Hauptstadtharfe“.Foto: promo

Harfenistin Simonetta Ginelli, bekannt als „Hauptstadtharfe“, mischt unter dem Motto „Wild at Harp“ klassische Klänge mit zeitgenössischer Musik. Sie stand beispielsweise mit Popsängerin Beyoncé Knowles oder Deutschrocker Peter Maffay auf der Bühne und spielte vor Persönlichkeiten wie Microsoft-Gründer Bill Gates und dem früheren Uno-Generalsekretär Kofi Annan.

Ein Auftritt im Flur ist aber auch für Ginelli neu: Am Donnerstag ab 19 Uhr gastiert sie in der Reihe „Treppenkonzerte“ des „Private Office Berlin“ an der Marburger Straße 2 nahe der Tauentzienstraße. Im stuckverzierten Altbau sitzt das Publikum auf den Stufen (Eintritt: 35 Euro, Anmeldung per E-Mail an: service@private-office-berlin.de).

Gastgeberin ist die Unternehmerin Bettina Mützel, die seit 20 Jahren Büros in Berlin vermietet zuerst in Friedenau und seit 2014 in Charlottenburg. „Wir glauben an die City West“, sagt Mützel, die den Betrieb zusammen mit ihrem Ehemann führt.

Mehr als nur Büros. Bettina und Frank Mützel in ihrem „Private Office“ an der Marburger Straße, das nun auch zum Kulturort wird. Foto: Cay Dobberke
Mehr als nur Büros. Bettina und Frank Mützel in ihrem „Private Office“ an der Marburger Straße, das nun auch zum Kulturort wird.Foto: Cay Dobberke
Im prächtigen alten Flur soll es regelmäßig Konzerte geben. Foto: promo
Im prächtigen alten Flur soll es regelmäßig Konzerte geben.Foto: promo

Nun geht es um einen Saloncharakter. Im Sommer kam ein Businessclub hinzu, dem man für monatlich 50 Euro beitreten kann. Der Club sei „kleiner und persönlicher“ als beispielsweise der Capital Club am Hackeschen Markt in Mitte, sagt Mützel. Alle Geschäftsleute seien willkommen, mit Ausnahme von Angebern: „Goldkettchentypen wollen wir nicht.“

Der zweite Schwerpunkt ist Kultur. Bei wechselnden Kunstausstellungen kooperiert Mützel mit der „Temporary Gallery Berlin“. Für den 25. September ab 18 Uhr lädt sie zur nächsten Vernissage ein, dann werden abstrakte Bilder der Künstlerin Andrea Amelung in der Büroetage gezeigt.

Alle zwei Monate trifft sich sogar ein kleiner philosophischer Zirkel. Am 24. September geht es um die Frage, was denn eigentlich die „Monaden“ von Gottfried Wilhelm Leibniz sind. Die Teilnahme kostet 25 Euro inklusive Fingerfood und Getränken.

Die „Treppenkonzerte“  sollen zwei bis drei Mal jährlich stattfinden. Probleme mit den anderen Hausmietern gibt es laut der Chefin nicht, im Gegenteil: „Die Nachbarn machen dann die Türen auf.“

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