Berlin-Charlottenburg : Investor setzt Zeichen für Abriss der umstrittenen Passage am Zoo

Die Tage der ungeliebten Passage an der Joachimstaler Straße sind gezählt – das ist jetzt auch sichtbar. Zur Vorbereitung des Abrisses wurden Baugerüste aufgestellt. Nur die Neubauentwürfe lassen noch auf sich warten.

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Eingerüstet. Die Passage in der Joachimstaler Straße nahe dem Bahnhof Zoo soll einem Neubau des Investor Hines weichen.
Eingerüstet. Die Passage in der Joachimstaler Straße nahe dem Bahnhof Zoo soll einem Neubau des Investor Hines weichen.Foto: Cay Dobberke

Das Erotikmuseum von Beate Uhse an der Joachimstaler Straße hat schon geschlossen, nebenan erhielten Läden die Kündigung zum Jahresende – und nun künden auch Gerüste an der Passage nahe dem Bahnhof Zoo vom geplanten Abriss im kommenden Jahr. Laut einer Sprecherin des US-Investors Hines, der ein neues Geschäftshaus plant, laufen „abbruchvorbereitende Maßnahmen“. Unter anderem würden „Stahl-Glas-Elemente des Sonnenschutzes und sonstiger überstehender Fassadenteile“ entfernt. Dazu gehören alte Werbeelemente. Stattdessen soll es am Gerüst erst einmal neue Großplakate mit Werbung geben.

Die überarbeiteten Architektenenentwürfe für den Neubau liegen unterdessen noch nicht vor. Eigentlich sollten sie Mitte August vorgestellt werden, doch laut Baustadtrat Marc Schulte (SPD) hat Hines den Termin auf Mitte September verschoben.

Anfang Juli hatte eine Jury, der Bezirksvertreter angehörten, über erste Vorschläge beraten. Dabei gab es Probleme mit der Bauhöhe: Alle fünf Entwürfe lagen zumindest etwas über der Berliner Traufhöhe von 22 Metern, die der geltende Bebauungsplan vorsieht.

Hines will kein Hochhaus bauen – anders als am Alexanderplatz, wo das Unternehmen einen 150 Meter hohen Wohnturm plant. In Charlottenburg möchte man lieber schnell als hoch bauen. Doch auch schon bei einer relativ geringfügigen Überschreitung der Traufhöhe wäre ein zwei- bis dreijähriges Bebauungsplanverfahren notwendig.

Im Neubau sind unten hochwertigere Geschäfte als bisher geplant und darüber Büros.

Die bisherige Passage aus den 1970er Jahren ist der Nachfolger des einstigen „Aschinger-Hauses“ und einer ehemaligen Filiale der Modehandlung Leineweber. In Diskussionsveranstaltungen zur City West war oft von einer „Schmuddelecke“ und einem „Schandfleck“ die Rede. Der Sportkneipe „Hanne am Zoo“ hatte der damalige Vermieter bereits 2010 gekündigt, zwei Jahre später musste das Hostel „A&O“ schließen. Auch der kleine Flachbau mit dem Second-Hand-Laden Humana an der Kantstraße steht vor dem Abriss.

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