Berlin-Charlottenburg : Jetzt erstrahlt die Bahnbrücke in der Kantstraße

Schluss mit den dunklen Bahnbrücken – darum geht es bei der „Perlenkette aus Licht“ in der City West. Als drittes Projekt kam nun die Kantstraße an die Reihe. Für mehr reicht das Geld allerdings nicht.

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Der Stahl ist der Star. Die Bahnbrücke in der Kantstraße leuchtet seit Juli 2015, das „minimalistische“ Lichtkonzept stammt von der Firma Arup und dem Künstler Hans Peter Kuhn.
Der Stahl ist der Star. Die Bahnbrücke in der Kantstraße leuchtet seit Juli 2015, das „minimalistische“ Lichtkonzept stammt von...Foto: Arup / Rossmann

Ursprünglich sollte eine künstlerische Lichtinstallation die düstere Bahnbrücke in der Kantstraße neben dem Bahnhof Zoo schon ab dem Spätherbst 2013 aufhellen. Später war vom März 2015 die Rede. Es dauerte dann doch noch länger, nun aber ist es soweit: Die stählernen Trägerelemente erstrahlen abends und nachts in „kalt- und warmweißem Licht“, wie es die Lichtplaner der Firma Arup Deutschland und der Künstler Hans Peter Kuhn ausdrücken.

Der „minimalistische Entwurf“ nehme „ästhetisch Bezug auf die Lichtwerke der Neuen Sachlichkeit“. Es gehe nicht um auffällige Lampen, der Star sei der Stahl.

Beleuchtete Bahnbrücken in der City West
Der Stahl ist der Star. Die Bahnbrücke in der Kantstraße leuchtet seit Juli 2015, das „minimalistische“ Lichtkonzept stammt von der Firma Arup und dem Künstler Hans Peter Kuhn.Alle Bilder anzeigen
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21.07.2015 23:02Der Stahl ist der Star. Die Bahnbrücke in der Kantstraße leuchtet seit Juli 2015, das „minimalistische“ Lichtkonzept stammt von...

Bereits seit dem Herbst 2013 gibt es eine interaktive Brückenbeleuchtung in der Bleibtreustraße am S-Bahnhof Savignyplatz, die mit farbigen Lichtwellen auf Bewegungen der Passanten und fahrende Autos reagiert. Im vorigen Februar folgte Lichtkunst an der Bahnbrücke in der Hardenbergstraße. Insgesamt sollte an acht Überführungen eine „Perlenkette aus Licht“ entstehen, doch dafür reichte das Geld nicht.

Die Berliner Stadtentwicklungsverwaltung gewährte Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren“, einen kleineren Teil der Kosten trägt der Bezirk.

Außerdem zahlen Anrainer der City West in den kommenden zehn Jahren 70 000 Euro für Betriebs- und Wartungskosten. Die Arbeitsgemeinschaft City hatte diese Gelder eingeworben. Das Projekt „trägt zu einer deutlichen Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei und fördert die Verkehrssicherheit und Sauberkeit“, sagt der AG-City-Vorsitzende Klaus-Jürgen Meier.

Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) lobt das „sichtbare Zeichen einer immer deutlicher werdenden Dynamik in der City West“ und die „künstlerische Weiterentwicklung des öffentlichen Raumes“.

Weniger begeistert hatte sich der Bund der Steuerzahler gezeigt. In der Bleibtreustraße habe der Senat mit 440 000 Euro kalkuliert, daraus seien aber 691 000 Euro geworden, bemängelte der Berliner Landesverband bereits im Herbst 2013. In der Hardenbergstraße seien die Kosten von 170 000 auf 291 000 Euro gestiegen. In der Kantstraße müsse mit fast 200 000 statt der geplanten 160 000 Euro gerechnet werden, schätzte der Steuerzahlerbund zu Beginn dieses Jahres. Ob das zutrifft, blieb am Dienstag unklar.

Ganz ohne öffentliche Gelder hatten Geschäftsleute aus der Wilmersdorfer Straße im September 2013 der Brücke am S-Bahnhof Charlottenburg mehr Licht spendiert. Die Aktion lief außerhalb des „Perlenketten“-Projekts; beteiligt waren die AG Wilmersdorfer Straße, der Lichtdesigner Andreas Boehlke, der Leuchtenhersteller Selux und das Bezirksamt.

Weitere Informationen unter www.perlen-aus-licht.de und www.berlin-city-west.de

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