Berlin-Charlottenburg : Ku'damm-Bühnen starten Petition

Das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm sammeln Unterschriften für die Rettung ihrer alten Säle. Für den Bühnenbetrieb gehe es „um Leben und Tod“, heißt es.

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Die Zukunft der Komödie und des Theaters am Kurfürstendamm bleibt ungewiss.
Die Zukunft der Komödie und des Theaters am Kurfürstendamm bleibt ungewiss.Foto: Cay Dobberke

Mit einer Petition kämpfen die Ku'damm-Bühnen jetzt für die Erhaltung ihrer originalen Säle im Ku’damm-Karree. Laut dem Appell soll der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller (SPD) die Boulevardbühnen, die mit jährlich 200 000 Besuchern „die beliebtesten Sprechtheater der Stadt“ seien, „langfristig sichern“.

Unterschriften werden bereits in den Theaterfoyers und online auf der Petitions-Plattform change.org gesammelt. Bald wollen auch Geschäftspartner und andere Unterstützer die Listen auslegen. Interessenten können sich Unterschriftenlisten unter www.komoedie-berlin.de im Bereich „Presse“ herunterladen.

Laut Intendant Martin Woelffer geht es „um Leben und Tod“ für die Theater. Investoren wollen diese abreißen und durch eine Kellerbühne ersetzen, was Woelffer ablehnt. „Wir sind uns sicher, dass sowohl Berliner als auch viele Nicht-Berliner unsere Petition unterstützen werden“, sagte er am Montag.

Rettungsverein sammelte schon einmal 200.000 Unterschriften

Schon vor einigen Jahren hatte der Verein „Rettet die Ku’damm-Bühnen“ um Otfried Laur vom Berliner Theaterclub und die Grünen-Politikerin Franziska Eichstädt-Bohlig rund 200.000 Unterschriften gesammelt. Doch ein Bürgerentscheid scheiterte 2011 an der zu geringen Wahlbeteiligung.

Im vorigen April beschloss der Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses, dass der Senat bis zum 10. Juni prüfen soll, wie der „Abriss der traditionellen Bühnen am Kurfürstendamm verhindert werden kann“ und welche Fördermittel das Land Berlin diesen künftig zukommen lassen könnte. Die Landesregierung soll auch untersuchen, ob ein Denkmalschutz für die Säle infrage kommt, die der berühmte Theaterarchitekt Oskar Kaufmann in den 1920er Jahren gestaltet hatte.

Müller will einen Kompromiss

Der Regierende Bürgermeister Müller hat allerdings sowohl die Eigentümer des Ku'damm-Karrees als auch Intendant Woelffer zum Einlenken aufgefordert. An einem so prominenten Standort am Kurfürstendamm seien städtebauliche Veränderungen nötig, sagte er Anfang Mai im Kulturausschuss. Ihm sei es wichtig, mindestens eine Bühne mit einem gut sichtbaren und einladenden Eingang zu erhalten.

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