Berlin-Charlottenburg : Letztes Glas: Gunnar Tietz verlässt das „First Floor“

17 Jahre hatte er seinen Arbeitsplatz in der City West, wurde bekannt im Hotel Palace. Nun geht er, und ein Nachfolger steht schon fest

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Palace Hotel Berlin. Gunnar Tietz, Sommelier mit Rotwein Magnumflaschen bis 18 Liter. Foto: Mike Wolff
Palace Hotel Berlin. Gunnar Tietz, Sommelier mit Rotwein Magnumflaschen bis 18 Liter.Foto: Mike Wolff

17 Jahre sind eine lange Zeit, besonders, wenn man sie im Restaurant und also überwiegend zu Fuß absolviert. Das musste sogar der gelernte Leichtathlet Gunnar Tietz feststellen, der im Dienste des Hotels Palace zu einem der bekanntesten deutschen Weinspezialisten gereift ist. Am gestrigen Dienstag hat er seinen Abschied gefeiert, am Sonnabend arbeitet er zum letzten Mal im „First Floor“. Tietz, geboren 1969 in Prenzlau, ist einer jener Weinverrückten (www.weinguru.de), die die Welt notfalls selbstzahlend umrunden, um ja keinen hervorragenden Winzer zu übersehen.

Er begann seine Karriere 1993 bei Peter Frühsammer; 1998 stieß er zum Team des „First Floor“, wo er 2002 Chefsommelier wurde, zuletzt auch Restaurantleiter. Wer in den Zeiten der allgegenwärtigen Controller noch einen Weinkeller mit 1500 Positionen pflegen darf, der ist ein glücklicher Sommelier. Wer dieses Glück in Zukunft verspüren wird, ist allerdings noch geheim.

Hotelchef Michael Frenzel verriet nur, dass der Neue schon gefunden sei, aber auf einen freundlichen Abschied beim alten Arbeitgeber Wert lege. Gunnar Tietz hält sich nur noch ganz wenig bedeckt, was seinen weiteren Lebensweg angeht. Er hielt eine Dankesrede, bei der man auch erfuhr, dass sie sich in den fünf gemeinsamen Jahren mit Küchenchef Matthias Diether nur zweimal angebrüllt hätten, was in der Branche als extremes Minimum gilt, und er schloss sie mit den Worten „Otto – find ich gut“. Was, wenn man den Hamburger Otto-Versand als neuen Arbeitgeber ausschließt, auf einen bekannten Gourmet- Lieferanten mit Fleisch-Schwerpunkt deutet, der bislang in Berlin noch nicht richtig präsent ist ...

Eine echte Marke in Berlin: das Europa-Center
Heissa, ist hier was los. Alt-Berliner müssen lächeln: das ist doch die olle Brücke rüber zum Europa-Center! Genau, das ist sie. Das Foto haben wir im dpa-Archiv gefunden, es stammt aus dem Jahr 1965. Die Brücke war rutschig, führte über die Tauentzienstraße und wurde später nach Staaken verfrachtet (da führt sie rüber zum Hahneberg über die Heerstraße). Lust auf mehr Bilder? Dann los. Foto: Weitere Bilder anzeigen
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11.10.2016 18:02Heissa, ist hier was los. Alt-Berliner müssen lächeln: das ist doch die olle Brücke rüber zum Europa-Center! Genau, das ist sie....

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