Berlin-Charlottenburg : Münchener Firma kauft das Ku’damm-Karree

Nach sieben Jahren trennt sich das irische Unternehmen Ballymore wieder vom Ku’damm-Karree mit dem Theater und der Komödie am Kurfürstendamm. Ob die neuen Investoren aus München an den bisherigen Konzepten festhalten, ist noch unbekannt.

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Ku’damm-Kult. Das Karree mit den zwei Boulevardtheatern wechselt den Eigentümer.
Ku’damm-Kult. Das Karree mit den zwei Boulevardtheatern wechselt den Eigentümer.Foto: Cay Dobberke

Anfang 2015 wird das Münchener Immobilienunternehmen Cells Bauwelt GmbH neuer Eigentümer. Dafür sei ein „bindender Vertrag“ geschlossen worden, teilte die Maklergesellschaft Jones Lang LaSalle am Donnerstag mit. Demnach haben die Münchener das 19 000-Quadratmeter-Grundstück „für private Investoren“ erworben. Bis 2020 werde das Karree „umgebaut und renoviert“. Ein Bankenkonsortium unter Führung der Bayerischen Landesbank finanziere das Projekt.

Grundsätzlich ist die Veräußerung durch Ballymore keine Überraschung mehr, dem Tagesspiegel liegt seit längerem ein vertraulicher Verkaufsprospekt vor. Darin wird Einzelhandel auf bis zu 40 000 Quadratmetern beworben, was der Größe eines Centers wie den Potsdamer-Platz-Arkaden entspricht.

Umbaupläne für das Ku'damm-Karree
Neue Pläne für das Ku'damm-Karree. Norman Schaaf, Geschäftsführer des Münchener Investors Cells Bauwelt, zeigt Architektenentwürfe des Büros Kleihues + Kleihues.Weitere Bilder anzeigen
1 von 32Foto: Cay Dobberke
22.01.2016 16:29Neue Pläne für das Ku'damm-Karree. Norman Schaaf, Geschäftsführer des Münchener Investors Cells Bauwelt, zeigt Architektenentwürfe...

Nach den bisherigen Plänen des britischen Architekten David Chipperfield würde die marode Passage aus den 1970er Jahren abgerissen, nur das 23-stöckige Bürohochhaus bliebe stehen. Zuletzt war dessen Umbau zum Wohnturm im Gespräch. Als Ersatz für die alten Säle der Ku’damm-Bühnen entstünde ein Theater mit 650 Sitzen im dritten Stock.

Doch nicht alle Kaufinteressenten wollten sich daran halten. Was die Münchener vorhaben, ist unklar. Die Makler verwiesen an die Käuferfirma – aber deren Chef will sich erst äußern, „wenn die Entwicklung mit allen Beteiligten abschließend geklärt ist“.

Sprecherin Brigitta Valentin von den Ku’damm-Bühnen sagte, man wisse nichts vom Verkauf. Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Marc Schulte (SPD) sagte, er kenne die Pläne auch noch nicht. Jetzt müsse verhandelt werden: „Die Hürden sind hoch, die Baugenehmigung liegt nicht einfach zur Abholung bereit.“ Der Bezirk fordert die Umsetzung des Chipperfield-Konzepts mit dem neuen Theater.

Der Artikel erscheint auf dem Ku'damm-Blog, dem Online-Magazin für die westliche Innenstadt.

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