Berlin-Schmargendorf : Glocken der Kreuzkirche sollen endlich wieder läuten

Vor acht Jahren stürzte die größte Glocke in der Schmargendorfer Kreuzkirche herab. Erst jetzt ist klar, dass sie wieder aufgehängt werden kann. Die Reparatur naht.

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Pfarrer Andreas Groß deutet auf die Schramme an der Glocke, die beim Absturz im Mai 2008 ansonsten intakt blieb.
Pfarrer Andreas Groß deutet auf die Schramme an der Glocke, die beim Absturz im Mai 2008 ansonsten intakt blieb.Foto: Cay Dobberke

Um die Evangelische Kreuzkirche in Schmargendorf ist es still geworden – und zwar buchstäblich. Denn die größte der vier Glocken war vor acht Jahren während einer Trauerfeier in die Glockenkammer des Turms gestürzt. Verletzt wurde niemand, aber das ganze Tragwerk musste abgebaut werden. Bis heute kann die 87 Jahre alte Kirche am Hohenzollerndamm nicht wieder läuten.

Doch warum, um Gottes Willen, dauert das so lange? Laut Pfarrer Andreas Groß wurden viele Expertisen angefertigt, auch der „Glockensachverständige“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sei beteiligt – wir wussten bisher gar nicht, dass es den gibt. Hinzu kamen Überlegungen, alle vier alten Eisengussglocken durch neue aus Bronze zu ersetzen.

Nur eine Schramme

Vor kurzem aber zeigte eine Ultraschall-Untersuchung, dass die 6,7 Tonnen schwere abgestürzte Glocke nur eine Schramme abbekommen hat. Getestet wurde auch die Akustik, demnach hat sich nichts am Klang geändert.

Auch die Turmuhr der 1929 eingeweihten Kreuzkirche steht still und soll repariert werden.
Auch die Turmuhr der 1929 eingeweihten Kreuzkirche steht still und soll repariert werden.Foto: Cay Dobberke

In der Gemeinde wird sie „Totenglocke“ genannt, weil sie vor allem bei Trauerfeiern läutete und im Gegensatz zu den kleineren Glocken nicht regelmäßig. Möglicherweise war die große Glocke auch bei Hochzeiten und anderen besonderen Anlässen zu hören. Das weiß Pfarrer Groß aber nicht so genau, er hat sein Amt erst 2014 angetreten.

Glockenstube wird für Besucher geöffnet

Beim Sommerfest der Gemeinde am Sonntag, 3. Juli, ab 14 Uhr können Gäste die Glockenstube besichtigen und spenden. Das neue Tragwerk kostet schätzungsweise 264.000 Euro, inklusive Reparatur der ebenfalls defekten Turmuhr. Bisher wurden 190.000 Euro gesammelt; die Kreuzkirchengemeinde will auch Zuschüsse der Landeskirche beantragen. Die Instandsetzung soll im Frühjahr kommenden Jahres beginnen.

Bis zum Reformationstag 2017 soll die Reparatur beendet sein

Zum 500. Reformationstag am 31. Oktober 2017 will man die Glocken dann endlich wieder erklingen lassen. Allen recht machen kann es der Pfarrer aber nicht: Manche Nachbarn erzählten ihm, wie erholsam doch die Stille sei.

Die Gemeinde hat auch ein Spendenkonto eingerichtet. Kontoinhaber: Kreuzkirchengemeinde, Verwendungszweck: „Glocken“, Weberbank Berlin, IBAN: DE22 1012 0100 6169 0320 09, BIC: WELADED1WBB

Altes Räderwerk: Die Mechanik der Uhr im Kirchturm.
Altes Räderwerk: Die Mechanik der Uhr im Kirchturm.Foto: Cay Dobberke

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