Berlin-Wilmersdorf : Am Bundesplatz gilt bald Tempo 30

Viele Autos und viel Beton prägen den Wilmersdorfer Bundesplatz. Nun soll es dort schöner werden – auch durch eine Verkehrsberuhigung.

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Ortstermin. Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (3. v. r.) im kleinen Park auf dem Bundesplatz. Foto: Cay Dobberke
Ortstermin. Der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (3. v. r.) im kleinen Park auf dem Bundesplatz.Foto: Cay Dobberke

Seit einigen Jahren schon kämpft die Initiative Bundesplatz in Wilmersdorf für eine Eindämmung des Autoverkehrs und mehr Lebensqualität im Wohngebiet. Bisher erreichten die engagierten Bürger zum Beispiel eine Beleuchtung des zuvor düsteren Parkplatzes unter den Brücken der S-Bahn und der Stadtautobahn. Jetzt gibt es einen neuen Erfolg: Ab April dürfen Autos nur noch mit Tempo 30 beiderseits des Tunnels am Bundesplatz fahren. Nachts soll die verkehrsberuhigte Zone bis zur Ecke Durlacher Straße und Hildegardstraße reichen; der Tunnel selbst ist nicht betroffen.

Fußgänger sollen besser über die Straße gelangen

Außerdem wird das Überqueren der „Spange“ erleichtert, deren Bezeichnung von der Form der oberirdischen Fahrbahnen abgeleitet ist. Voraussichtlich bis zum Sommer entstehen Gehwegvorstreckungen am westlichen Teil in Höhe der Mainzer Straße und am östlichen Platzrand neben der Kreuzung zur Tübinger Straße. In der Grünanlage in der Mitte des Platzes werden die dorthin führenden Trampelpfade zu festen Wegen umgebaut. Das kündigte der neue Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) am Freitag bei einem Rundgang mit Mitgliedern der Initiative an.

Bundesplatz, Ecke Mainzer Straße: Hier ist eine Querungshilfe geplant – und Autos dürfen bald nur noch mit 30 km/h fahren. Foto: Cay Dobberke
Bundesplatz, Ecke Mainzer Straße: Hier ist eine Querungshilfe geplant – und Autos dürfen bald nur noch mit 30 km/h fahren.Foto: Cay Dobberke

Die Schließung des Tunnels bleibt ein fernes Ziel

Diese wünschen sich auch Zebrastreifen. Darüber könne aber erst in einer „zweiten Phase“ nachgedacht werden, sagte Schruoffeneger, außerdem müsse die Verkehrslenkung Berlin zustimmen. Das Fernziel der Anlieger ist eine Schließung des Autotunnels, der den Platz in zwei Hälften teilt. Mitbegründer der Initiative wie die Vorsitzende Sabine Pentrop wissen aber, dass die Chancen auf eine Zuschüttung auf absehbare Zeit gering sind, weil die Bundesallee bei den Senatsbehörden als wichtige Verkehrsachse gilt.

Der Tunnel war vor 50 Jahren im Rahmen der Pläne für eine „autogerechte Stadt“ entstanden. Obwohl die Anwohner ihn nicht mögen, planen sie im Laufe des Jahres ein „Tunnelfest“ zum Jubiläum und haben dafür einen Ideenwettbewerb gestartet. Mit dem Baustadtrat einigte man sich darauf, mit dem Fest auch die Verkehrsberuhigung zu feiern. Pentrop lobte die Entwicklung, auch wenn viel zu tun bleibe: „Mit einer Politik der kleinen Schritte kann ich leben.“

- Informationen des Bürgervereins gibt es unter www.initiative-bundesplatz.de

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