Berlin-Wilmersdorf : Mietwohnungen in früherem Sportzentrum

Ausnahmsweise mal kein Luxusprojekt: Auf der Brache von „Citysports“ nahe dem Preußenpark werden 115 Wohnungen gebaut, vor allem für Mieter.

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So stellen sich die Architekten die Wohnhäuser an der Brandenburgischen, Ecke Konstanzer Straße vor.
So stellen sich die Architekten die Wohnhäuser an der Brandenburgischen, Ecke Konstanzer Straße vor.Simulation: nps tchoban voss

Nur selten entstehen noch Mietshäuser in der Berliner City West, in der Regel bauen Investoren lieber luxuriöse Eigentumswohnungen. Zu den Ausnahmen gehört das neueste Projekt auf dem Grundstück des seit mehr als drei Jahren geschlossenen Sportzentrums „Citysports“ gegenüber dem Preußenpark an der Ecke Brandenburgische und Konstanzer Straße in Wilmersdorf.

Der Baubeginn ist für Anfang 2016 geplant

Soeben hat der Projektentwickler Merz Objektbau aus dem baden-württembergischen Aalen den Bauantrag für das Vorhaben „Preußenpark Living“ mit 115 Wohnungen in drei sechsstöckigen Neubauten gestellt. Die Arbeiten sollen Anfang kommenden Jahres beginnen und etwa 18 Monate dauern. Man wolle die Gebäude „schlüsselfertig“ an einen Nachfolgeinvestor verkaufen, sagt Geschäftsführer Agilolf Bachner. Es gebe schon „diverse Anfragen“ von Interessenten.

Schon seít 2012 ist das Sportzentrum am U-Bahnhof Konstanzer Straße geschlossen.
Schon seít 2012 ist das Sportzentrum am U-Bahnhof Konstanzer Straße geschlossen.Foto: Cay Dobberke

Die Firma Merz sei kein typischer Bauherr, sondern ein Architekten- und Ingenieurbüro. Die Entwürfe wurden zusammen mit Architektenkollegen des Berliner Büros nps tchoban voss entwickelt. Laut Bachner sollen in erster Linie Mieter einziehen, auch wenn ein kleiner Anteil an Eigentumswohnungen denkbar sei. Die Preise wird der erhoffte Erwerber festlegen.

Das Gelände hat Merz Objektbau von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund erworben. Zur Investitionshöhe äußert sich das Unternehmen nicht. Die Fläche ist als Kerngebiet ausgewiesen, in dem sowohl Gewerbe als auch Wohnungen zulässig sind. Es handele sich um ein „reines Wohnungsbauprojekt“, sagt Bachner.

Zentrale, aber verkehrsreiche Lage

Er lobt den „sehr guten“ Standort direkt am U-Bahnhof Konstanzer Straße und nahe dem Kurfürstendamm. Allerdings gibt es an der Kreuzung Brandenburgische und Konstanzer Straße starken Autoverkehr und damit viel Lärm. „Früher wäre ein solcher Standort uninteressant für Wohnungsbau gewesen“, hatte Bezirksbaustadtrat Marc Schulte (SPD), der in den vorigen Tagen verreist war, bereits vor drei Jahren gesagt. Doch inzwischen seien die letzten Baulücken in der westlichen Innenstadt sehr begehrt.

Die Häuser werden etwas zurückgesetzt an der Stelle gebaut, wo noch die leeren Sporthallen stehen. Die Wohnungen sollen Schallschutzfenster erhalten.

Das zuletzt von russischen Pächtern geführte Sportzentrum hatte im Sommer 2012 Insolvenz anmelden müssen – warum genau, blieb unklar. „Citysports“ war besonders als Squash-Zentrum bekannt, es gab dort aber auch Hallenfußball, Badminton, Tennis, Tanzkurse, Wellness, eine Sauna und ein Restaurant.

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