Berlin-Wilmersdorf : Verkehrschaos am Olivaer Platz

Die Konstanzer Straße wurde aufgerissen – und der Umleitungsverkehr empört Anwohner in der Xantener Straße. Jetzt ist auch noch der Tunnel am Adenauerplatz gesperrt.

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Reichlich viel Verkehr für eine verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone: In der Xantener Straße stauen sich Autos in Richtung Brandenburgische Straße. Foto: Cay Dobberke
Reichlich viel Verkehr für eine verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone: In der Xantener Straße stauen sich Autos in Richtung...Foto: Cay Dobberke

Im Kiez am Olivaer Platz gibt es neuen Ärger. Diesmal aber geht es ausnahmsweise nicht um den anhaltenden Streit um die Neugestaltung des Platzes, sondern um die täglichen Staus in der Xantener Straße, zu denen der Fahrbahnneubau in der Konstanzer Straße geführt hat.

Bis Ende 2016 werden dort Wasserleitungen erneuert, die Konstanzer Straße ist von der Brandenburgischen Straße in Richtung Ku'damm eine Einbahnstraße. In Höhe des Olivaer Platzes wird der Verkehr durch die Xantener Straße umgeleitet, in der sich Autos nun oft über die gesamte Fahrbahnlänge drängen – wohl auch wegen der kurzen Grünphase der Ampel, die am anderen Ende an der Ecke Brandenburgische Straße steht.

Die Umleitung sei „mit der Verkehrslenkung Berlin abgestimmt“, heißt es aus dem Bezirksamt. Doch in der Nachbarschaft ist der Widerstand so groß geworden, dass sich die Sprecherin der „Bürgerinitiative Xantener Straße“, Corinna Merzyn, in einem Offenen Brief an Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) gewandt hat.

Rückstau. Häufig beginnt die Autoschlange schon an der Ecke Konstanzer Straße. Foto: Cay Dobberke
Rückstau. Häufig beginnt die Autoschlange schon an der Ecke Konstanzer Straße.Foto: Cay Dobberke

Die Situation überschreite „die erträgliche Verkehrsbelastung, wie auch Lärmpegel und Feinstaubwerte nun endgültig völlig“, schreibt Merzyn und appelliert an den Senator, die Straße „schnellstmöglich“ zu entlasten. Es sei „nicht mehr vermittelbar, weshalb alle anderen, der Xantener gleichenden  Straßen geschützt werden sollen und in unsere Straße sämtliche Verkehrsströme zur Stadtautobahn UND in den Grunewald umgeleitet werden.“

Nach Schätzungen der Anwohner durchqueren derzeit etwa 20 000 bis 30 000 Autos pro Tag die Xantener Straße, die eigentlich nur als „Nebenstraße untergeordneter Bedeutung“ gilt und als Tempo-30-Zone ausgeschildert ist. Im Auftrag der Anwohner hat sich ein Anwalt zusätzlich mit einem Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gewandt.

Antworten stehen noch aus. Unterdessen ist der Straßenverkehr in der Umgebung seit dem Donnerstag voriger Woche noch mehr beeinträchtigt, weil der Tunnel unter dem Adenauerplatz gesperrt werden musste. Ein zu hoch beladener Lkw hatte die Tunneldecke beschädigt. Wie lange die Sperrung noch dauert, blieb bis zum Dienstag offen.

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