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Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg : Höher wird’s nicht in der City West

34 Stockwerke, rund 119 Meter: Für den neuen Turm „Upper West“ wurde das Richtfest gefeiert. Ganz oben soll nächstes Jahr eine Bar eröffnen.

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Zwei Riesen in der City West. Links das „Zoofenster“, rechts das neue „Upper West“ – von der der Kantstraße aus gesehen.
Zwei Riesen in der City West. Links das „Zoofenster“, rechts das neue „Upper West“ – von der der Kantstraße aus gesehen.Foto: Cay Dobberke

Es kommt nicht oft vor, dass ein Rohbau beim Richtfest schon fast fertig aussieht – doch beim 118,8 Meter hohen Zwillingsturm „Upper West“ am Charlottenburger Breitscheidplatz fehlt die weiße Fassade nur noch an den oberen neun der 34 Etagen. Auch der Innenausbau hat teilweise schon begonnen. Schließlich soll das Hochhaus bereits Mitte 2017 nach vier Jahren Bauzeit eröffnen. Als Hauptmieter plant die Budgetkette Motel One in den unteren 18 Stockwerken eines ihrer größten Hotels mit 582 Zimmern.

Am Donnerstag feierten die Bauherren Strabag Real Estate und RFR, Architekt Christoph Langhof und 600 Gäste das Richtfest. Motel One hat angekündigt, im Hotel ein neues Designkonzept umzusetzen. Mit einem Marmorboden in der Lobby sowie Ledersesseln und Samtvorhängen in den Zimmern soll vieles edler wirken als in den bisherigen Häusern der Kette.

Eine „Skybar“ soll Touristen und Berliner locken

In den übrigen Hochhausetagen entstehen Büros. Insgesamt seien schon 65 Prozent der Flächen vermietet, teilte die Strabag mit. Die größte Attraktion für Berliner und Touristen dürfte eine ganz oben geplante, rund 900 Quadratmeter große „Skybar“ werden.

Außerdem ist direkt am Ku’damm ein vorgelagertes, 37 Meter hohes Riegelgebäude für Läden und Büros herangewachsen. Dessen Fassade wirkt auch schon so gut wie komplett. Nur welche Geschäfte dort einziehen, ist noch unbekannt. Auf der gesamten Baustelle seien derzeit etwa 380 Bauleute tätig, heißt es. Über die gesamte bisherige Bauzeit seien Arbeiter aus rund 25 Ländern im Einsatz gewesen.

Als Ehrengast und Redner war am Donnerstag auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) dabei. Er lobte, die City West entwickele sich wieder „prächtig“ und gewinne „alte Attraktivität durch neue Projekte zurück“. Der Turm werde „nicht zuletzt durch seine Höhe und seine herausragende Architektur ein weiterer markanter Baustein der Skyline des westlichen Zentrums“.

Früher stand dort das Schimmelpfeng-Haus

Dazu gehört auch das benachbarte und ebenfalls rund 119 Meter hohe „Zoofenster“, in dem 2013 das Luxushotel Waldorf-Astoria eröffnet hatte. Beide Türme sind an der Stelle des einstigen Schimmelpfeng-Hauses aus den 1950er Jahren entstanden. Dieses war als Überbauung der Kantstraße bekannt und stand eigentlich unter Denkmalschutz; trotzdem musste es den Neubauten weichen.

Hochhaus Upper West: Blicke auf Berlin vom weißen Riesen
Die Baustelle des neuen Hochhaus "Upper West" am Kurfürstendamm ist am 21.09.2016 in Berlin zu sehen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 25Foto: dpa
23.09.2016 08:46Die Baustelle des neuen Hochhaus "Upper West" am Kurfürstendamm ist am 21.09.2016 in Berlin zu sehen.

Ginge es nach Architekt Christoph Langhof und den in der Arbeitsgemeinschaft City organisierten Geschäftsleuten, würde auf dem Hardenbergplatz vor dem Bahnhof Zoo sogar noch ein 209 Meter hoher Wolkenkratzer mit einem Hotel, Büros und Wohnungen entstehen. Diese im Herbst 2014 vorgestellte Idee stößt allerdings bei fast allen Bezirks- und Landespolitikern auf Widerstand. Langhof gibt trotzdem nicht auf. Auch „Upper West“ sei ja schwer durchsetzbar gewesen, sagt er, von seinem ersten Entwurf bis zum Baubeginn habe es 19 Jahre gedauert.

Was wird aus der Brache des Ex-Riesenradprojekts?

Völlig offen scheint auch noch, wie es auf der Brache des gescheiterten Riesenradprojekts an der Hertzallee hinter dem Bahnhof Zoo weitergeht. Seit 2015 gehört das Gelände einer Münchener Investorengruppe, die sich bisher bedeckt hält. Der Senat sowie die Bezirksämter Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf wünschen sich dort Wohnungsbau und Flächen für die Technische Universität. Dafür müsste das Baurecht geändert werden, das bisher nur ein Riesenrad erlaubt. Von einem Hochhaus an dieser Stelle ist bisher nicht die Rede.

Mit sechs Etagen begnügt sich der US-Investor Hines bei seinem Geschäftshaus „Zoom“, das derzeit neben dem Bahnhof Zoo an der Joachimsthaler Straße entsteht. Früher stand dort die als Schmuddelecke verrufene Passage mit dem Beate-Uhse-Erotikmuseum. „Zoom“ soll Ende 2017 mit Läden, Lokalen und Büros eröffnen. Für Gerüchte, wonach die Billigmodekette Primark einziehen will, war bisher keine Bestätigung zu erhalten.

Wir wollen das Thema nicht wieder den Touristenführern überlassen. Also: Haben Sie einen hübschen Spitznamen für die zwei Riesen-Türme? Vorschläge bitte an berlin@tagesspiegel.de.

Grafik: tsp/Bartel

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