BVV Charlottenburg-Wilmersdorf : Bezirk sieht kaum Probleme in Flüchtlingsheimen

Nach dem Skandal um Misshandlungen in Asylbewerberheimen in Nordrhein-Westfalen und möglicherweise auch in Bayern hat sich die BVV mit den Flüchtlingsunterkünften im Bezirk beschäftigt. Sozialstadtrat Engelmann gab Entwarnung, die Piraten forderten eine Qualitätsverbesserung.

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Umgewidmet. Eines der Flüchtlingsheime im Bezirk gibt es seit Dezember 2013 im früheren Hotel der Sportjugend Berlin am Kaiserdamm.
Umgewidmet. Eines der Flüchtlingsheime im Bezirk gibt es seit Dezember 2013 im früheren Hotel der Sportjugend Berlin am...Foto: Cay Dobberke

Auf Anfrage der SPD-Fraktion sagte der Charlottenburg-Wilmersdorfer Vize-Bürgermeister und Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) am Donnerstagabend in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), es gebe bisher „keine negativen Vorkommnisse“ in den vier von Vertragspartnern geführten Flüchtlingsheimen. Es komme höchstens mal zu Beschwerden aus der Nachbarschaft über Kinderlärm oder laute Musik.

Die Betreiber würden nicht von der Polizei oder dem Verfassungsschutz überprüft, alle Mitarbeiter müssten jedoch einen Sachkundeprüfungsnachweis und ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

„Am 29. Oktober besuche ich alle vier vertragsgebundenen Einrichtungen“ , kündigte Engelmann an.

Piratenfraktionschef Holger Pabst forderte, „Qualitätskriterien durchsetzen“ . Es mangele in den Heimen unter anderem an Internetzugängen, die für viele Flüchtlinge wichtig zur Kontaktaufnahme mit Angehörigen in ihrer Heimat seien, und an Fernsehern.

Oft stünden in den Unterkünften nur sechs Quadratmeter pro Person zur Verfügung, die Aufenthaltsräume seien häufig durch Kurse und andere Veranstaltungen belegt und erfüllten so nicht ihren Zweck als Pausenraum.

Engelmann antwortete, auf Landes- und Bezirksebene werde über eine bessere Ausstattung gesprochen: „Das ist in der Pipeline." Speziell für Kinder biete der Bezirk auch Ausflüge und Feiern an, zum Beispiel in der Jugendverkehrsschule. Erwachsenen Abwechslung zu bieten, sei „ungleich schwieriger“.

Wie berichtet, hatten Bürger bei einer Diskussion zur neuesten Unterkunft am Kaiserdamm im Januar keine Sorgen geäußert, sondern ihre Hilfsbereitschaft deutlich gemacht.

- Der Artikel erscheint auf dem Ku'damm-Blog, dem Online-Magazin für die westliche Innenstadt.

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