Charlottenburg : Bedrohtes Nachbarschaftshaus am Lietzensee lädt ein

Um „Lösungen für eine Zukunft des Nachbarschaftshauses am Lietzensee“ geht es dort am Mittwoch, 15. April. Die Einrichtung bekommt ab Juli keine Gelder mehr vom Senat und sieht sich dadurch in der Existenz bedroht.

Das Nachbarschaftshaus in der Herbartstraße besteht seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Das Nachbarschaftshaus in der Herbartstraße besteht seit mehr als zwei Jahrzehnten.Foto: Cay Dobberke

Bei der öffentlichen Veranstaltung, die am Mittwoch um 17.30 Uhr an der Herbartstraße 25 beginnt, wollen Mitglieder des gemeinnützigen Trägervereins um Geschäftsführerin Annette Tafel mit Nutzern und anderen Interessierten diskutieren.

Außerdem berät der BVV-Sozialausschuss am Freitag über den Einwohnerantrag für die Erhaltung der Institution (ab 16.30 Uhr im Rathaus Charlottenburg, Lily-Braun-Saal). Mehr als 1300 Bürger haben den Antrag unterzeichnet.

Eine Seniorenfreizeitstätte war Ende der 1980er Jahre zum Nachbarschaftshaus umgestaltet worden. Später gründeten engagierte Bürger den Trägerverein, 2005 erklärte Charlottenburg-Wilmersdorf die Einrichtung offiziell zum Stadtteilzentrum.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales finanziert bisher eine „Basisausstattung“. Bereits 2014 wurden die Zuwendungen von 100 000 auf 80 000 Euro gekürzt, ab Juli soll es gar keine mehr geben. Dabei handelt es sich wohl um mehr als eine Sparmaßnahme: Dem Vernehmen nach ist die Senatsverwaltung unzufrieden mit den Aktivitäten und wünscht sich einen neuen Träger – warum genau, war jedoch nicht zu erfahren.

Vermieter ist der Bezirk, der laut Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) allerdings nicht über Fördermittel entscheidet. Einig sind sich Senat und Bezirk grundsätzlich darin, dass das Haus weiterhin sozialen und kulturellen Zwecken dienen soll.

Rund 2300 Menschen nutzen monatlich die Angebote des Hauses, darunter Selbsthilfe- und Seniorengruppen, Lebenshilfe- und Rechtsberatungen, Tanzkurse für Menschen mit Behinderungen, Feriencamps und Kurse für Kinder sowie das „Café Elternzeit“ für Eltern und ihre Kinder. Mehr als 70 Bürger sind als ehrenamtliche Helfer tätig. CD

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