Ehemaliger Verwaltungssitz am Fehrbelliner Platz : Rathaus Wilmersdorf wird Flüchtlingsheim

Betten statt Büros: Auch im leer stehenden Rathaus Wilmersdorf, das der Bezirk Ende 2014 aufgegeben hatte, entsteht eine Notunterkunft für Asylbewerber. Bauliche Probleme müssen aber noch gelöst werden.

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Das ehemalige Rathaus Wilmersdorf, hier am Dienstag mit dem Wochenmarkt davor, steht derzeit leer.
Das ehemalige Rathaus Wilmersdorf, hier am Dienstag mit dem Wochenmarkt davor, steht derzeit leer.Foto: Jörg Carstensen / dpa

Noch in diesem Sommer plant das Land, mindestens 500 Flüchtlinge im früheren Rathaus Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz unterzubringen. Das werde „zeitnah“ erfolgen, sagte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) am Dienstag. Problematisch sei noch die Anlieferung zum Beispiel von Sanitärcontainern, da geeignete Hofeinfahrten fehlten.

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatte das Gebäude im vorigen Dezember geräumt, um Kosten zu sparen. Nach Renovierungs- und Sanierungsarbeiten will der Landesrechnungshof einige Räume nutzen, einen Termin dafür gibt es noch nicht. Im Laufe der nächsten Jahre soll auch das bisher in Tiergarten ansässige Landesarbeitsgericht einziehen.

Rathaus-Räumung in Wilmersdorf
Bitte woanders Rat suchen. Seit dem 19. Dezember 2014 ist das Rathaus Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz kein Sitz der Bezirksverwaltung mehr.Weitere Bilder anzeigen
1 von 15Foto: Cay Dobberke
19.12.2014 17:42Bitte woanders Rat suchen. Seit dem 19. Dezember 2014 ist das Rathaus Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz kein Sitz der...

Der denkmalgeschützte Altbau aus den 1940er Jahren untersteht nun dem Berliner Immobilienmanagement (BIM). Nur die Bauaufsicht in der City West käme bei einer Flüchtlingsunterkunft noch einmal ins Spiel, um den Brandschutz zu prüfen, sagt Bezirksbaustadtrat Marc Schulte (SPD). Darüber hinaus müsse das Bezirksamt in der Umgebung „die nötige Infrastruktur wie Kita- und Schulplätze schaffen“.

Offiziell sei man noch gar nicht über die Pläne informiert worden, bemängelt Schulte, er habe davon „erst aus den Medien erfahren“. In dem Bürogebäude gebe es weder Wohnräume noch Duschen. Aber mit entsprechendem Aufwand „kann man natürlich jedes Gebäude qualifizieren“, etwa durch Umbauten oder die angekündigten Sanitärcontainer.

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