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Eichkamp : Jetzt amtlich: Therapiebad in Reinfelder-Schule schließt

Trotz starker Elternproteste wird das Therapiebad der Reinfelder-Schule zum 31. Juli geschlossen. Daran änderte auch eine Demo vor der BVV-Sitzung nichts.

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Protest vor dem Rathaus Charlottenburg. Rund 300 Eltern und Kinder demonstrierten am Donnerstag gegen die Schließung des Therapiebads.
Protest vor dem Rathaus Charlottenburg. Rund 300 Eltern und Kinder demonstrierten am Donnerstag gegen die Schließung des...Foto: Cay Dobberke

Etwa 300 Eltern und Kinder demonstrierten am Donnerstag am Haupteingang des Rathauses Charlottenburg gegen die Schließung des Therapiebads in der Reinfelder-Schule in Eichkamp. Kurz vor der BVV-Sitzung wollten die Betroffenen die Bezirksverordneten für sich gewinnen, zuvor hatten sie bereits rund 1000 Unterschriften gesammelt.

Bereits am Dienstag hatte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf aber die Entscheidung von Bildungsstadträtin Elfi Jantzen (Grüne) aus dem Frühjahr 2013 bestätigt.

Wie berichtet, geht es ums Geld: Der Bezirk sieht sich nicht in der Lage, die eigentlich notwendige Sanierung zu finanzieren, die etwa 750 000 Euro kosten würde. In dem Bad gibt es Sonder-Schwimmunterricht für Erst- und Zweitklässler, die gehörlos oder hörgeschädigt sind und zum Teil noch unter weiteren Einschränkungen leiden. Insgesamt dient die Halle wöchentlich rund 700 Kindern aus der Reinfelder-Schule, der benachbarten Ernst-Adolf-Eschke-Schule und der privaten Schwimmschule Fabius.

Eine Begehung soll gefährliche Baumängel aufgezeigt haben

Grundlage des Bezirksamtsbeschlusses war eine Begehung am Montag, an der Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD), Vertreter der Bauaufsicht, ein Gutachter sowie der ehemalige Chef der Berliner Bäderbetriebe, Klaus Lipinsky, als externer Experte teilnahnen.

Ein Junge beim Schwimmunterricht.
Ein Junge beim Schwimmunterricht.Foto: Kai-Uwe Heinrich (Archiv)

Danach hieß es, eine Verlängerung des Betriebs sei aus Sicherheitsgründen „nicht zu verantworten“.

Bis zum Jahresende soll baulich nichts in der Schwimmhalle verändert werden. Dies „eröffnet die Möglichkeit für Gespräche, ob und gegebenenfalls wie es weiter gehen kann“, teilte das Bezirksamt mit. Beispielsweise könne nach einem externen Betreiber oder Kooperationspartnern gesucht werden.

Bürgermeister bedauert die Entwicklung

In der BVV sagte Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD): Das Bezirksamt „bedauert ausdrücklich die auf allen Seiten entstandenen Frustrationen und dass die zurückliegenden zwei Jahre trotz Kenntnis der Schließung nicht zu einer Problemlösung geführt haben“.

Naumann vertrat die erkrankte Bildungsstadträtin Elfi Jantzen und zeigte sich nicht begeistert davon, „die Sache ausbaden“ zu müssen. Dem Anschein nach galt seine Kritik sowohl dem Betreiber der Schwimmschule Fabius als auch seiner grünen Bezirksamtskollegin.

Ein Rettungsantrag der CDU wurde in die BVV-Ausschüsse überwiesen. Als einziger zuständiger Ausschuss tagt am 14. Juli, kurz vor der Sommerpause, noch der Haushaltsausschuss.

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