Gastronomie am Charlottenburger Breitscheidplatz : In der Kirche bleibt die Küche kalt

Die Pläne der Gedächtniskirche für ein eigenes Café kommen nicht voran. Dafür eröffnet Vapiano im Europa-Center. Auch manche der umstrittenen Marktbuden kehren sporadisch zurück – zwei davon haben aber neue Plätze gefunden.

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Vapiano ante portas. Im früheren Mövenpick-Restaurant des Europa-Centers wird gebaut, der Nachfolger macht wohl im November auf.
Vapiano ante portas. Im früheren Mövenpick-Restaurant des Europa-Centers wird gebaut, der Nachfolger macht wohl im November auf.Foto: Cay Dobberke

Nicht nur Baugerüste kommen und gehen an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, auch der umstrittene Markt rundum musste im Mai nach 15 Jahren auf Druck des Bezirksamts schließen. Für Besucher des Charlottenburger Breitscheidplatzes gibt es dennoch viele gastronomische Angebote. Nur beim geplanten Kirchencafé tut sich wenig.

Die Restaurantkette Vapiano eröffnet eine Filiale mit italienischen Speisen in den seit Januar leer stehenden Mövenpick-Räumen im Europa-Center. Laut Centermanager Uwe Timm geht es am 8. November los. Die nahe Filiale an der Augsburger Straße bleibt bestehen. Auch in diesem Sommer gab es übrigens Tische und Stühle auf dem Breitscheidplatz, dort servierte ein anderes italienisches Lokal aus dem Europa-Center.

Das Kirchencafé planten Pfarrer Germer und die Gemeinde in einem Nebengebäude, dem sogenannten Foyer, das bisher als soziale Anlauf- und Beratungsstelle dient.

Doch die Denkmalschutzämter und der Bezirk lehnten eine Umgestaltung des von Egon Eiermann entworfenen Baudenkmals ab. Baustadtrat Marc Schulte (SPD) regte an, das Café auf dem Parkplatz der Kirche zu bauen, aber dieser ist laut Germer unverzichtbar. Er denkt noch über andere Lösungen nach.

Dritter Standort in drei Jahrzehnten. Der beliebte Chicken-Döner-Imbiss „Superhahn“ ist an die Kantstraße 55 gezogen.
Dritter Standort in drei Jahrzehnten. Der beliebte Chicken-Döner-Imbiss „Superhahn“ ist an die Kantstraße 55 gezogen.Foto: Cay Dobberke

Unterdessen kehren einzelne Marktbuden mitunter anlässlich von Veranstaltungen zurück; so etwa am Rande des Sommerfests der AG City im August. Denn in solchen Fällen sind Sondergenehmigungen möglich. Dauerhafte Ersatzstandorte sollen die meisten Händler nicht gefunden haben.

Geglückt ist dies der seit rund drei Jahrzehnten bestehenden Chicken-Döner-Bude „Superhahn“, die ursprünglich aus dem östlichen Teil der Kantstraße stammte. Dort hatte sie dem Hochhausprojekt „Upper West“ weichen müssen, das 2016 am Breitscheidplatz fertig werden soll. Nachdem auch der Ersatzstandort an der Kirche verloren gegangen war, haben die Betreiber ein Ladengeschäft an der Kantstraße 55 nahe der Wilmersdorfer Straße bezogen.

„Hauptstadtburger“ serviert nun im neuen Shoppingcenter am Leipziger Platz.
„Hauptstadtburger“ serviert nun im neuen Shoppingcenter am Leipziger Platz.Foto: Cay Dobberke

Auch die Hamburgerbude „Hauptstadtburger“ lebt nach einer Zwangspause wieder auf, soeben wurde ein Stand im neuen Center „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz eröffnet.

In der Umgebung der Kirche entstanden neue Restaurants und Cafés im modernisierten Bikini-Haus am Zoo. Hinzu kommen weitere Imbissläden und Schnellrestaurants rund um den Ku'damm und die Tauentzienstraße sowie das „Romanische Café“ im 2013 eröffneten Hotel Waldorf-Astoria.

- Der Artikel erscheint auf dem Ku'damm-Blog, dem Online-Magazin für die westliche Innenstadt.

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