Luxushotel in Berlin-Charlottenburg : Bezirk erlaubt Abriss des Kempinski am Ku'damm

Zumindest rechtlich steht Neubauten an der Stelle des berühmten Hotels Kempinski am Kurfürstendamm nichts im Weg. Fraglich bleibt nur, ob Interessenten aus der Nachbarschaft die Immobilie kaufen können.

von
Das Rätselraten ums Kempinski am Ku'damm geht weiter. Eigentümer eines Nachbargrundstücks planen dort Läden, Wohnungen und ein kleineres neues Hotel.
Das Rätselraten ums Kempinski am Ku'damm geht weiter. Eigentümer eines Nachbargrundstücks planen dort Läden, Wohnungen und ein...Foto: Cay Dobberke

Noch scheint unklar, ob das Luxushotel Kempinski am Ku’damm wirklich Neubauten weichen muss. Eines aber steht für den Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Marc Schulte (SPD) fest: Rechtlich sei „ein Abriss nicht zu verhindern“. Das 1952 eröffnete Stammhaus der Hotelkette an der Ecke Fasanenstraße sei kein Baudenkmal.

Schon 2005, als das Restaurant Reinhard’s mit seinen Terrassen einzog, habe ein Gutachter den Denkmalwert verneint. Dagegen hat die bezirkliche CDU-Fraktion den Denkmalschutz gefordert.

Wie berichtet, planen die Eigentümer der Passage Kempinski Plaza, die hinter dem Hotel zur Uhlandstraße führt, eine Verlängerung zur Fasanenstraße. Im BVV-Bauausschuss wurde soeben mehr bekannt. Auch alle Hotelteile an der Fasanenstraße wie das 13-stöckige Bettenhaus sollen ersetzt werden durch Gebäude mit sechs Etagen plus Staffelgeschoss.

Im Parterre, in einem Untergeschoss und im ersten Stock sind Läden und Lokale geplant, der Rest ist für Wohnungen und ein kleineres Hotel gedacht. Die Schankterrassen am Ku'damm gäbe es nicht mehr.

Einer Bauvoranfrage hat das Stadtplanungsamt intern zugestimmt, offiziell steht die Antwort noch aus. Eine Bauvoranfrage setzt nicht voraus, dass der Antragsteller das Grundstück besitzt. Sie dient der Klärung der baurechtlichen Möglichkeiten und kann prinzipiell von jedem gestellt werden. Wegen der „erheblichen“ Gebühr sei die Anfrage jedoch ein Zeichen dafür, dass der Interessent es ernst meint, sagt Stadtrat Schulte.

Kempinski bestreitet Verkaufspläne, ist allerdings nur Mieter. Die Immobilie gehört der Octavian-Hotel-Holding. Ob diese Verkaufsgespräche führt, ist nicht bekannt.

10 Kommentare

Neuester Kommentar