Nach Anschlag in Berlin : Ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche

Am Silvestertag um 10 Uhr steht der öffentliche Jahresschlussgottesdienst der Schausteller im Zeichen des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt.

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Zwölf Kerzen standen für die zwölf Toten des Terroranschlags.
Bereits am Heiligabend gab es einen Gedenkgottesdienst: Zwölf Kerzen standen für die zwölf Toten des Terroranschlags.Foto: Roland Freund/AFP

Das Jahresende feiern Berliner Schausteller traditionell mit einem Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Dieses Mal ist dabei natürlich vieles anders. Nach dem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz mit zwölf Toten und vielen Verletzten findet am Sonnabend ab 10 Uhr ein Ökumenischer Gottesdienst statt, um den Opfern und deren Angehörigen zu gedenken. Pfarrer Martin Germer lädt Berliner und Touristen dazu ein. Er leitet den Gottesdienst zusammen mit den evangelischen und katholischen Schaustellerseelsorgern Torsten Heinrich und Sascha Ellinghaus. Auch der Charlottenburg-Wilmersdorfer Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) und Volker Pellet, Protokollchef des Landes Berlin, wirken mit.

„Ein Schritt im Übergang zur Normalität“

Der Gottesdienst „soll nicht nur für diejenigen, die unmittelbar am Breitscheidplatz tätig sind, sondern auch für die von dem, was bei uns geschehen ist, direkt betroffenen Berlinerinnen und Berliner ein Schritt im Übergang zur Normalität sein“, sagte Germer. „Es gibt zum Beispiel viele Menschen, die sagen: Ich war kurz vorher noch dort. Oder ich bin normalerweise immer am Montag dort. Es hätte auch mich treffen können. Und es gibt viele, die den Anschlag unmittelbar miterlebt haben. Und viele andere sind ebenfalls sehr persönlich berührt und erschüttert. Hier vor dem Jahreswechsel noch Gelegenheit zum bewussten Loslassen zu geben, scheint mir wichtig.“

Zentrale Gedenkstelle auf dem Breitscheidplatz

Am 1. Januar endet der Weihnachtsmarkt, auf dem viele Menschen ihre Anteilnahme mit niedergelegten Blumen und Kerzen bekundet haben. Es soll aber über diesen Tag hinaus einen Ort des Gedenkens geben. Germer kündigte am Freitag an, dass in der Nacht zu Sonnabend alle Kerzeninseln an einer zentralen Stelle auf dem Platz zusammengetragen werden. Außerdem liegt das Kondolenzbuch weiterhin in der Kirche aus.

Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) haben der Schaustellerverband und die AG City als Veranstalter des Weihnachtsmarkts ein Spendenkonto für die überlebenden Opfer des Anschlags und Hinterbliebene der Toten eingerichtet.
Kontoinhaber: DRK LV Berliner Rotes Kreuz,
IBAN DE68 1002 0500 0003 2490 15, Verwendungszweck: Anschlag Breitscheidplatz

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