Nach Skandalvideo : Lukas Krieger bleibt CDU-Kandidat in Charlottenburg-Wilmersdorf

CDU-Kandidat Lukas Krieger will bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus antreten. Wegen eines Skandalvideos, in dem Nazi-Sprüche fielen, war die Nominierung umstritten.

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Das Logo der CDU.
Das Logo der CDU.Foto: REUTERS/Fabrizio Bensch

Lukas Krieger bleibt CDU-Kandidat im Wahlkreis 7 in Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Vorstand des Ortsverbands Gartenstadt Schmargendorf hatte Krieger aufgefordert, auf die Kandidatur bei der Abgeordnetenhauswahl zu verzichten. Auf der Kreisvorstandssitzung am Donnerstagabend erklärte Krieger, er halte seine Kandidatur aufrecht. Damit ist eine Nachnominierung, wie sie der Ortsvorstand mit der Vorsitzenden Stefanie Bung gefordert hatte, obsolet.

Hintergrund des Streits ist ein Video aus dem Jahr 2005, in dem Nazi-Sprüche fielen und ein Hakenkreuz gezeigt wurde. Darin sind Krieger und die heute aktiven CDU-Politiker Christoph Brzezinski und Danny Freymark zu sehen. Nachdem das Video 2008 publik wurde, zogen die drei Konsequenzen, traten zwischenzeitlich aus Parteistrukturen aus und engagierten sich im Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Ortsvorsitzende Bung, die beim Nominierungsparteitag im Oktober gegen Krieger deutlich unterlag, sagte, Krieger habe bis zum ersten Auftauchen des Videos „überhaupt keine Reue gezeigt“. Es bleibe „der fade Eindruck“, er habe durch den Beitritt in proisraelische Gesellschaften nur Vorbereitungen für seine politische Karriere treffen wollen. Krieger weist das entschieden zurück. Auf dem Nominierungsparteitag sei „der unentschuldbare Vorfall von 2005 offen thematisiert“ worden. Die Mehrheit der Delegierten habe ihm Vertrauen geschenkt. „Ich freue mich auf einen fairen Wahlkampf“, sagte Krieger.

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