Pläne für Hard Rock Hotel : Let's rock Berlin!

Indianer aus Florida wollen ein Rock-Hotel in Berlin bauen? Robert Ide weiß, warum: Rock kann niemals sterben. Eine Glosse.

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Der alte Rocker der Indianer: Seminole-Häuptling Chief James E. Billie im Hard Rock Café Berlin.
Der alte Rocker der Indianer: Seminole-Häuptling Chief James E. Billie im Hard Rock Café Berlin.Foto: Britta Pedersen/dpa

Wenn Techno immer weiterlebt (Protestplakat beim Zug der Liebe: „Baut Dildos statt Raketen“), dann kann Rock niemals sterben. Und wird es auch nicht.

Das zeigen die 1000 Fans von den „Foo Fighters“, die am Wochenende in Norditalien für ein paar zauberhafte Minuten die größte Band der Welt bildeten, um mit dem nachgespielten Song „Learn to fly“ die fünf Rocker für ein Konzert zu begeistern. Oder die halbe Million Leute, die gerade in Küstrin an der „Haltestelle Woodstock“ das größte Festival der Welt feiern und heute Nacht glücklich benebelt mit Sonderzügen nach Berlin zurückkehren. Oder James Billie, Häuptling aller Rocker der Welt.

Eigentlich ist Billie, 71, ein richtiger Indianer. Er führt die 4000 Florida-Seminolen an – einen Stamm, der in Amerika fast ausgerottet worden ist und sich nun mithilfe von Sonderrechten in Reservaten finanziell über Wasser zu halten versteht. Mit der Erlaubnis, Bingo-Casinos zu betreiben, verdienten die Seminolen genug, um groß ins Tourismusgeschäft einzusteigen – und alle 71 Hard Rock Cafés rund um die Welt zu kaufen.

Darum reist Billie als Geschäftsmann seine Kette entlang und gibt in Berlin zwischen Gitarren und Jeansjacken Interviews. Im Hard Rock Café am Ku’damm. Da sprach der Häuptling der Indianer: Lets’ rock, Berlin!

"Hard Rock hat uns von der Armut entfernt"

In Deutschlands wiederbelebter Techno-Hauptstadt ziehen die Indianer ganz andere Saiten auf. Die Seminolen suchen jetzt hier sogar nach einem Standort für ein Hard Rock Hotel. Warum, hat Billie der Deutschen Presse-Agentur so erklärt: „Hard Rock hat uns von der Armut entfernt. Es geht uns sehr gut.“

Und was gut ist, soll – wie jeder gescheite Rocksong – noch besser werden. Denn Rocker sterben nie aus. Und James Billies Indianer zum Glück auch nicht.

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