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Raub am Kurfürstendamm : Trotz Video vom Apple-Überfall - Keine neuen Hinweise

Der Überfall auf Apple geschah am helllichten Tag - nun gibt es erste Bilder von den Tätern. Dennoch gibt es bisher keine neuen Hinweise auf die Täter. Sehen Sie hier das Video und die Bilder.

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Nach dem Überfall auf Apple am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg. Die Aufnahmen veröffentlichte die Polizei am Sonntag, 12. Oktober 2014.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Polizei
12.10.2014 11:15Nach dem Überfall auf Apple am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg. Die Aufnahmen veröffentlichte die Polizei am Sonntag, 12....

Mit der Veröffentlichung von Fotos erhofft sich die Polizei Berlin weitere Hinweise zu einem Überfall auf einen Geldtransporter in Charlottenburg am 20. September 2014. Am Montag gab es laut Polizeiangaben noch keine neue Spur.

Wie berichtet, hatten drei maskierte Täter gegen 17.50 Uhr einen Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens, der sich mit einem Geldbehälter auf dem Weg von einem Geschäft am Kurfürstendamm befunden hatte, mit Schusswaffen bedroht.

Anschließend hatten sie ihm den Geldbehälter und seinen Revolver entrissen und waren geflüchtet. Bei ihrer Flucht auf die andere Straßenseite zu einem bereitstehenden „Citroen“ wurden sie aus einem anderen Fahrzeug aufgezeichnet.

Video
Polizei zeigt Video vom Apple-Überfall in Berlin
Polizei zeigt Video vom Apple-Überfall in Berlin

Die laut Zeugenaussagen südländisch aussehenden Täter flüchteten dann mit dem schwarzen Citroen über die Meinekestraße in Richtung Lietzenburger Straße. Das Fluchtfahrzeug wurde kurze Zeit später brennend in der Bundesallee entdeckt, gelöscht und als Beweismittel beschlagnahmt. Der schwarze „Citroen“ war am 6. März 2014 aus einer Werkstatt in Tempelhof gestohlen worden.
Die an dem Fluchtfahrzeug angebrachten Kennzeichenschilder B-JS 6870 waren zwischen dem 24. und 25. Juli 2014 in Spandau entwendet worden.

Polizei zeigt Bilder vom Apple-Überfall vom Ku'damm
Nach dem Überfall auf Apple am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg. Die Aufnahmen veröffentlichte die Polizei am Sonntag, 12. Oktober 2014.Weitere Bilder anzeigen
1 von 14Foto: Polizei
12.10.2014 11:15Nach dem Überfall auf Apple am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg. Die Aufnahmen veröffentlichte die Polizei am Sonntag, 12....

Am Sonntag veröffentlichte die Polizei nun Fotos und ein Video, die ein Zeuge zur Verfügung gestellt hat. Sie stammen aus einer Kamera, die hinter der Windschutzscheibe eines Privatwagens angebracht war, der zufällig gerade den Tatort passiert. Die Polizei weist darauf hin, dass die in dem Video und den Fotos erkennbare Zeit nicht richtig ist, der Überfall geschah um 17.50 Uhr.

Die ermittelnde Kriminalpolizei hat folgende Fragen:

  • Wer kennt die in dem Video erscheinenden Personen oder deren Aufenthaltsort?
  • Wer kann sachdienliche Angaben zu dem Überfall vom 20.September 2014 und der anschließenden Flucht machen?
  • Wer kann Hinweise auf die Verwendung der Kennzeichenschilder B-JS 6870 zwischen deren Diebstahl am 25. Juli 2014 und dem Überfall am 20.September 2014 geben?
  • Wer hat das Inbrandsetzen des Fluchtfahrzeuges in der Bundesallee beobachtet?
  • Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?

Die Sicherheitsfirma Prosegur hat unterdessen eine Belohnung von 30 000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Hinweise, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden können, nimmt das 1. Raubkommissariat des Landeskriminalamtes, Tempelhofer Damm 12 in Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664 – 944 113 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die Sicherheitsvorkehrungen waren anschließend bei Apple erhöht worden.

Die kleinen Kameras werden immer billiger

Dashcams werden immer billiger, immer besser und deshalb immer beliebter. Es gibt sie auch für Sportler, für den Fahrradlenker oder den Skihelm. Viele Autobesitzer installieren sie als „Unfallkamera“, sie setzen im Streitfall nach Unfällen auf die Beweiskraft der Bilder. Die Geräte speichern alles, was sich vor dem Auto abspielt. Dazu die Uhrzeit, GPS-unterstützte Koordinaten des Ortes und das Tempo der Fahrt. So sieht man im veröffentlichten Video, dass der Zeuge anfangs mit Tempo 9 über den Kudamm rollt.
Verboten sind die Geräte nicht, die rechtliche Situation ist aber schwierig, umstritten und uneinheitlich. So hat ein Gericht die Bilder in einem Prozess als Beweismittel zugelassen, ein anderes nicht. Datenschutzbeauftragte kritisieren die Geräte ohnehin. Wer Bilder ungepixelt ins Internet stellt, verstößt auf jeden Fall gegen den Datenschutz, heißt es beim ADAC.

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